Jenaer Jugendpfarrer Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Lothar König ein

Der wegen Landfriedensbruch angeklagte Jugendpfarrer Lothar König hat sich mit der Staatsanwaltschaft Dresden auf eine Einstellung des Verfahrens geeinigt - gegen Zahlung von 3000 Euro.

Pfarrer König: "Aufrührer mit Sinn und Verstand gegen Unrecht in diesem Land"
DPA

Pfarrer König: "Aufrührer mit Sinn und Verstand gegen Unrecht in diesem Land"


Dresden - Die Staatsanwaltschaft Dresden hat das Verfahren gegen den wegen schweren Landfriedensbruchs angeklagten Jugendpfarrer Lothar König eingestellt. Das teilten Königs Rechtsanwälte mit. Ihr Mandant sei zu einer Übereinkunft mit der Behörde gekommen. Der Jenaer Geistliche musste sich wegen angeblicher Gewaltaufrufe gegen Polizisten bei einer Demonstration in Dresden verantworten.

Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE sagte König, er sei erleichtert über die Beilegung des Streits. Allerdings habe ihn der Prozess zu viel Energie und das Land Sachsen zu viele Ressourcen gekostet, als dass er über das Ende des Prozesses wirklich glücklich sein könne. Er werde auch weiter "Aufrührer mit Sinn und Verstand gegen Unrecht in diesem Land" bleiben, sagte König.

Zur Begründung der Einstellung des Verfahrens teilten Königs Anwälte mit, ihr Mandant wolle "einen Beitrag zum Rechtsfrieden leisten". König werde ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 3000 entrichten, das je zur Hälfte an den Justizfiskus des Freistaats Sachsen und den Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirk in Dresden Mitte gezahlt werde. Die Verteidigung hatte bereits im Juni 2013 die Einstellung des Verfahrens gefordert.

Im Februar 2011 nahm König an einer Anti-Nazi-Demo in Dresden teil und soll laut Staatsanwaltschaft zu Gewalt gegen Polizeibeamte aufgerufen haben. König hatte dies immer bestritten. Während der Kundgebung kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Zwischenzeitlich wurde auch gegen zwei Beamte wegen exzessiver Gewaltanwendung ermittelt.

loe

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.