Von Jörg Diehl und Sven Röbel
Das Schreiben schloss mit der Warnung vor "immensen wirtschaftlichen aber auch ideellen Schäden, die nicht nur der Veranstalterin, sondern auch der Metropole Ruhr und der Stadt Duisburg entstehen, wenn die Veranstaltung (...) abgesagt werden muss".
Der drohende Unterton war kaum zu überhören - noch fünf Tage bis zur Love Parade.
In großer Eile wurde das 53-seitige Brandschutzkonzept zusammengezimmert: "Der Unterzeichner wurde am 12. Juli durch den Bauherrn beauftragt, ein Brandschutzkonzept mit abschließender Gesamtbeurteilung zu erstellen", heißt es in der Einleitung.
Denn die Tragödie hätte womöglich leicht verhindert werden können. Mit einem längeren Weg der Paradewagen wäre die verhängnisvolle Pulkbildung an der Rampe wohl vermieden worden. Noch im vorläufigen Ablaufkonzept vom 15. Januar ("Vertraulich!") war eine "gedachte 8" als Truckstrecke erwogen worden, um die Rampe herum. Später war sogar von einer noch größeren Runde die Rede, aber in beiden Fällen hätte der Zug mit seinen jeweils 40 Tonnen schweren "Floats" den Tunnel überqueren müssen.
Die Sicherung der längeren Strecke war dem Veranstalter wohl zu teuer, wie Insider dem SPIEGEL sagten. Sie hätte entsprechende Maßnahmen an den Übergängen und zusätzliche Asphaltarbeiten erforderlich gemacht. Die schließlich gewählte Runde kam billiger. "Bei dieser Lösung", so hieß es schon in dem Konzept vom 15. Januar, "werden viele, schon vorhandene oder leicht herzustellende Fahrwege genutzt."
Der Preis dafür war eine Katastrophe.
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