Loveparade-Prozess Richter weist Besetzungsrüge zurück

Nach Ansicht der Verteidiger findet der Loveparade-Prozess vor der falschen Strafkammer statt. Das Gericht hat diese erneute Besetzungsrüge zurückgewiesen.

Richter Mario Plein
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Richter Mario Plein


Das Landgericht Duisburg hat im Prozess zur Loveparade-Katastrophe eine weitere Besetzungsrüge der Verteidiger zurückgewiesen. Das gab der Vorsitzende Richter Mario Plein am vierten Verhandlungstag bekannt. Die Verteidiger der zehn Angeklagten kritisierten die Entscheidung umgehend in einer Gegenerklärung.

Jeder der Angeklagten habe das Recht, eine fehlerhafte Besetzung des Gerichts zu rügen, teilten sie mit. Schon im Dezember hatte das Gericht eine erste Besetzungsrüge abgewiesen. Daraufhin erhob ein Verteidiger umgehend eine neue. Nach Ansicht der Verteidiger findet der Prozess vor der falschen Strafkammer statt. Das Oberlandesgericht hätte den Fall nicht an eine andere Kammer übertragen dürfen. Damit sei das Prinzip des gesetzlichen Richters verletzt worden.

Mit der Vernehmung von Zeugen oder Sachverständigen ist weiterhin nicht zu rechnen. Das Gericht muss zunächst noch über zahlreiche weitere Anträge zur Aussetzung oder Einstellung des Verfahrens entscheiden.

Beim Loveparade-Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg waren im dichten Gedränge 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt worden. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent angeklagt.

Die Nebenkläger warfen den Verteidigern schon mehrfach vor, eine Verzögerungstaktik zu betreiben. Diese wiesen die Vorwürfe zurück. Hintergrund des Streits ist der Zeitdruck, unter dem das Verfahren steht: Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe.

bbr/dpa

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