Love-Parade-Prozess Veranstalter Rainer Schaller übernimmt "moralische Verantwortung"

Love-Parade-Veranstalter Rainer Schaller hatte laut eigener Aussage bei der Planung der Veranstaltung eine eher repräsentative Rolle. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Rainer Schaller
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Im Love-Parade-Prozess in Düsseldorf hat Veranstalter Rainer Schaller bestritten, die letzte Entscheidungsinstanz bei der Vorbereitung der Veranstaltung gewesen zu sein. Er habe sich meist auf seine Mitarbeiter verlassen, sagte der Unternehmer als Zeuge vor dem Landgericht Duisburg, das aus Platzgründen in einer Kongresshalle in Düsseldorf verhandelt.

Schaller sagte, der leitende Mitarbeiter, der zu den Angeklagten gehört, habe nur sehr wichtige Dinge mit ihm besprochen. Frühere Mitarbeiter hatten ausgesagt, Schaller sei die letzte Entscheidungsinstanz gewesen. Der 49 Jahre alte Fitnessketten-Unternehmer ist Inhaber des Love-Parade-Veranstalters Lopavent.

In dem Strafprozess müssen sich vier frühere Beschäftigte von Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Bei der Love Parade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mindestens 652 wurden verletzt.

Seine Rolle bei der Love Parade beschrieb Schaller als eher repräsentativ. Er habe Bürgermeister getroffen, auf Pressekonferenzen gesprochen und Interviews gegeben. In den leitenden Mitarbeiter habe er großes Vertrauen gehabt. Gegen Schaller war nach dem Unglück nie ermittelt worden. Laut Staatsanwaltschaft hat er keinen Einfluss auf die aus Sicht der Anklage fehlerhafte Planung oder rechtswidrige Genehmigung der Technoparade genommen.

Noch vor seiner Aussage bat Schaller um das Wort und wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer. Er sprach ihnen erneut sein Beileid aus. Alles Leid, das die Angehörigen erlebten, "ist auf meiner Veranstaltung passiert", sagte Schaller. "Es ist selbstverständlich, dass ich die moralische Verantwortung übernehme", sagte er. Schaller hatte sich nach der Katastrophe immer wieder öffentlich geäußert und es begrüßt, als das Oberlandesgericht Düsseldorf vor gut einem Jahr den Prozess anordnete. Für seine Vernehmung sind drei Tage angesetzt.

bbr/dpa

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