Ordnungsdezernent im Prozess Loveparade war politisch gewollt

Im Prozess um die Loveparade-Katastrophe hat ein ehemaliger Ordnungsdezernent weitere Details genannt. Er gibt an, von einem ranghohen Beamten der Landesregierung "offen empfangen" worden zu sein.

Loveparade-Prozess (Archivbild)
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Loveparade-Prozess (Archivbild)


Im Prozess um die Katastrophe bei der Loveparade 2010 hat der ehemalige Ordnungsdezernent der Stadt Duisburg,Wolfgang Rabe, ausgesagt. Die Veranstaltung sei demnach politisch gewollt gewesen. Zu Gesprächen mit einem ranghohen Beamten der damaligen Landesregierung in Düsseldorf sei er "offen empfangen worden", sagte der 64-Jährige als Zeuge vor dem Landgericht Duisburg aus.

Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber der Techno-Großveranstaltung, habe er schließlich innerhalb der Verwaltung darauf gedrungen, dass die Loveparade nicht verhindert werde, so Rabe. Nachdem er Vertreter der Veranstaltungsfirma "Lopavent" kennengelernt hatte, habe er den Eindruck erhalten, "dass die das können", sagte Rabe.

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Chronologie: Vom Loveparade-Unglück zum Prozess

Bei der Loveparade kamen 2010 in Duisburg 21 Menschen infolge einer Massenpanik ums Leben, weitere 652 wurden verletzt. Sechs Mitarbeitern des städtischen Bauamtes und vier Beschäftigten der Veranstaltungsfirma wird vorgeworfen, Fehler bei der Genehmigung und Planung der Veranstaltung gemacht zu haben. Sie sind unter anderem wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Rabe war innerhalb der Duisburger Verwaltung der Koordinator für die Techno-Parade. Für die Genehmigung des Events war er jedoch nicht zuständig.

fek/dpa



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