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Nazi-Verbrechen: Jens Rommel wird Chef der NS-Strafverfolger

Seit 1958 arbeiten Juristen im baden-württembergischen Ludwigsburg die Verbrechen der Nationalsozialisten auf. Nun bekommen die international geachteten Nazi-Jäger einen neuen Chef.

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Staatsanwalt Jens Rommel: Mit Erwin Rommel nicht verwandt oder verschwägert

Der Ravensburger Staatsanwalt Jens Rommel wird neuer Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg. Der 43-Jährige wird noch im Oktober die Nachfolge von Kurt Schrimm antreten, der im September nach 15 Jahren in den Ruhestand getreten ist. Das teilte Baden-Württembergs Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) am Dienstag in Stuttgart mit. "Auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs können dank der akribischen Arbeit immer noch Verbrechen aus der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufgeklärt und verfolgt werden", sagte Stickelberger.

Die gemeinsame Einrichtung der Landesjustizverwaltungen im In- und Ausland ist ein Begriff für die juristische Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Verbrechen. Seit Aufnahme ihrer Arbeit am 1. Dezember 1958 hat die Zentrale Stelle 7569 Vorermittlungsverfahren eingeleitet, etwa gegen KZ-Aufseher. Zwölf Vorermittlungsverfahren sind derzeit anhängig. Künftig soll die Stelle auch stärker als Forschungs- und Informationszentrum arbeiten, da mutmaßliche Täter immer öfter bereits gestorben sind.

Der neue Chef Rommel arbeitete unter anderem beim Generalbundesanwalt und zuletzt als stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Ravensburg. "Während einer knapp dreijährigen Tätigkeit als Ressortbeobachter bei der Europäischen Union in Brüssel hat Jens Rommel auch sein großes diplomatisches Geschick und seine hervorragenden Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis gestellt", sagte Stickelberger.

Jens Rommel legt Wert auf die Feststellung, "weder verwandt noch verschwägert" mit Erwin Rommel zu sein, dem deutschen Generalfeldmarschall in der Zeit des Nationalsozialismus.

apr/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. nichts verstanden.
pronpat 14.10.2015
Jeder weiß um die Verbrechen der Nazis, aber die Opfer haben ein Recht, dass dies augeklärt wird. Egal wie viele Jahre vergangen sind. Es sind nicht nur die Täter, die Mitläufer, die Profiteure, was für einen Einfluss hatten die Industriellen auf das Ganze? Warum sind die davon gekommen? Warum ist deren Besitz nicht verstatlicht worden, wie die Renault Werke in Frankreich? Warum kann ein Mengele, wieder einreisen, in dieser Republik ohne gefasst zu werden? Die Verbrechen der Nazis ziehen andere Verbrechen nach sich, soll man dies alles vergessen? Einfach so abtun?
2. Glaubt etwa jemand daß
Forist2 14.10.2015
Oetker, Krupp usw. noch jemals zur Rechenschaft gezogen werden ? Die mussten ihre Vergangenheit sogar selbst aufarbeiten, habe nichts gelesen, dass da diese Behörde dran beteiligt war. Mir kommt es eher vor, als ob da einfach Steuergelder von uns versenkt werden. Ruheposten geschaffen werden. Kein Wunder haben wir eine so hohe Staatsquote.
3.
thrashmail 14.10.2015
Ja, aber leider nur "juristisch". Ansonsten glaubt man ja, zumindest beim ZDF oder Phoenix, dass uns nach wie vor immer und immer noch mehr diese "Hitler soaps" a la "Hitler und seine ...." vorgesetzt werden müssen. Ich bin auch für das "nicht vergessen", aber fast all-wöchentlich diese Sendungen? Ich leide doch nicht an Alzheimer.
4.
Yves Martin 14.10.2015
Bemerkenswert fand ich vor allem die scheinbar oberschlaue Bildunterschrift: "Staatsanwalt Jens Rommel: Mit Erwin Rommel nicht verwandt oder verschwägert". Setzen SPON-Redakteure (oder vermutlich eher Praktikanten und Aushilfen) in vorauseilender Resignation voraus, dass es in Deutschland neuerdings (wieder) Sippenhaft gibt und dass man deshalb keine Nazi-Verbrechen aufklären kann, wenn man einen Wehrmachts-General in der Verwandtschaft hatte? Zur Info für Leute, die ungern Geschichtsbücher lesen: Manfred Rommel, der Sohn von Erwin Rommel, war Mitglied der CDU und von 1974 bis 1996 ein hochverdienter und überaus erfolgreicher Oberbürgermeister der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.
5. Sagt viel über den Charakter des
fritzausDA 14.10.2015
Zitat : "Jens Rommel legt Wert auf die Feststellung, "weder verwandt noch verschwägert" mit Erwin Rommel zu sein, dem deutschen Generalfeldmarschall in der Zeit des Nationalsozialismus." Ein Erwin Rommel, der bei dem damaligen Gegner hoch geachtet ist, wird hier zur Negativ-Figur stilisiert. Lässt sehr tief blicken! Als überzeugter Pazifist kann ich da nur sagen: "Pfui Deibel"!
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