Lüneburg Schülerin springt aus Fenster - Polizei ermittelt

In einer Lüneburger Schule hat sich ein Mädchen aus einem Fenster im dritten Stock gestürzt, es erlitt Brüche in Armen und Beinen. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen.


Die Polizei in Lüneburg ermittelt im Fall eines Mädchens, das aus dem dritten Stock einer Schule gesprungen ist. "Wir haben bislang keine Hinweise auf Fremdverschulden", sagte eine Polizeisprecherin. Es handele sich nach den vorliegenden Unterlagen um ein Mädchen aus Syrien. "Wir prüfen, ob jemand verantwortlich gemacht werden kann", sagte die Sprecherin. "Auch eine mögliche Radikalisierung des Mädchens als Hintergrund des Sprunges wird derzeit geprüft."

Das Kind erlitt komplizierte Brüche in Armen und Beinen. Es wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Hamburg geflogen. Zu dem Alter des Mädchens gibt es unterschiedliche Angaben, es soll zwischen elf und zwölf Jahren alt sein.

Der Lüneburger "Landeszeitung" zufolge lebt das Mädchen seit mindestens drei Jahren in der Stadt und besucht seit zwei Jahren die Schule in Lüneburg. Sie soll vor dem Sprung auf kritische Aussagen und eine mögliche islamistische Radikalisierung angesprochen worden sein. Demnach hätten eine Klassenkonferenz und der Ausschluss vom Unterricht im Raum gestanden.

"Der Vater bezweifelt das von der Schule geschilderte Verhalten seiner Tochter", sagte die Polizeisprecherin. Dem NDR sagte der Vater, er habe keine Hinweise darauf, dass seine Tochter sich islamistisch radikalisieren wollte. Die Tochter sei ein modernes Mädchen, trage kein Kopftuch und kenne kaum ein Wort aus dem Koran.

Laut dem NDR bestätigte die Polizei die Angaben des Vaters. "Uns war eine Radikalisierung des Mädchen nicht bekannt", sagte demnach eine Beamtin.

Der Vater sei am Mittwoch mit Angehörigen und einigen Jugendlichen vor der Schule erschienen und habe ein Gespräch mit der Landesschulbehörde in Lüneburg gefordert, sagte die Sprecherin. "Die Polizei ermöglichte dem Vater einen Demonstrationszug zu der Behörde am Rande der Altstadt." Die etwa 30 Teilnehmer hätten Fotos des Mädchens hochgehalten.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagte laut NDR, Spekulationen und Gerüchte würden niemandem in dieser Situation weiterhelfen. "Dem schwer verletzten Mädchen und seiner Familie gilt mein tiefes Mitgefühl."

aar/dpa

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