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Mecklenburg-Vorpommern: Kopfschuss bei Polizeieinsatz in Lutheran

Von Thomas Heise

Das mobile Einsatzkommando beim Zugriff: Nicht der gesuchte Straftäter Zur Großansicht
SPIEGEL TV

Das mobile Einsatzkommando beim Zugriff: Nicht der gesuchte Straftäter

Ein mobiles Einsatzkommando hat in Mecklenburg-Vorpommern versucht, eine Hamburger Kiezgröße festzunehmen. Der Einsatz ging nach SPIEGEL-TV-Informationen gründlich schief: Ein Polizeibeamter schoss auf einen Mann und verletzte ihn schwer.

Ein Einsatz der Hamburger Polizei ist offenbar komplett aus dem Ruder gelaufen: Bei einem Zugriff des mobilen Einsatzkommandos (MEK) in Lutheran in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Mann angeschossen worden. Die Kugel sei von einem Polizisten abgefeuert worden, teilte ein Hamburger Polizeisprecher am Freitagabend mit. Der angeschossene Mann ist nach Informationen von SPIEGEL TV aber nicht der Gesuchte.

Der Zugriff verlief nach Informationen von SPIEGEL TV so: Gegen 16.00 Uhr drängten mehrere Polizeiwagen einen schwarzen Dodge RAM von der Straße und keilten ihn ein. Unmittelbar nachdem die Autos zum Stehen kamen, wurde durch die Scheibe der Fahrertür ein Schuss auf den Kopf des Fahrers abgegeben.

Bei dem Fahrer handele es sich nicht um die von der Hamburger Polizei gesuchte Person Nico S., sondern um David A., sagte der Rechtsanwalt Benjamin Richert, der nach eigenen Angaben zufällig am Einsatzort vorbeikam. Richert vertritt sowohl S. als auch A.

Er habe noch mit dem Beifahrer, Andy W., sprechen können, sagte der Anwalt: Demnach waren A. und sein Beifahrer auf dem Weg zum Einkaufen. Der Beifahrer sei aus dem Wagen gezogen worden. Als die Polizei feststellte, dass es sich nicht um die gesuchten Personen handele, habe der Beifahrer den Tatort verlassen dürfen. Der angeschossene A. wurde in ein Krankenhaus gebracht, er wurde schwer verletzt. Anwalt Richert kündigte an, den Polizeibeamten, der geschossen hatte, anzuzeigen.

Ursprünglich galt der Einsatz Nico S., einer bekannten Hamburger Milieugröße. Der Wagen war laut Richert auf S. zugelassen.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat die Ermittlungen übernommen.

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