Mädchenmord in Emden Zweiter 18-Jähriger wegen Lynchaufruf angeklagt

Nach dem Mord an einer Elfjährigen in Emden gab es mehrere Aufrufe zur Lynchjustiz im Internet - nun wurde ein zweiter junger Mann angeklagt. Er soll zur Gewalt gegen einen festgenommenen Verdächtigen angestiftet haben. Ein anderer 18-Jähriger war dafür bereits zu Jugendarrest verurteilt worden.


Aurich - Die Staatsanwaltschaft in Aurich hat Anklage gegen einen 18-Jährigen erhoben, der nach dem Mord an einem elfjährigen Mädchen in Emden zur Lynchjustiz aufgerufen haben soll. Er habe am 27. März in dem sozialen Netzwerk Facebook dazu ermutigt, das Polizeikommissariat in Emden aufzusuchen und einen festgenommen Verdächtigen mit Steinen zu bewerfen, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Das Jugendschöffengericht in Emden muss nun entscheiden, ob ein Verfahren gegen den Beschuldigten eröffnet wird. Im Mai hatte das Amtsgericht bereits einen 18-Jährigen zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt, weil er auf Facebook die Erstürmung der Polizeiwache gefordert hatte.

Der damals festgenommene junge Mann, gegen den sich die zahlreichen Hasstiraden im Internet gerichtet hatten, erwies sich kurz darauf als unschuldig. Die Polizei nahm später einen neuen Verdächtigen fest: Der 18-Jährige muss sich seit vergangener Woche wegen Mord, sexuellem Missbrauch und versuchter Vergewaltigung vor dem Landgericht in Aurich verantworten. Das Urteil soll Anfang November fallen. Der Prozess ist nicht öffentlich.

Die Elfjährige war am Nachmittag des 24. März im Treppenhaus eines Parkhauses tot aufgefunden worden.

lgr/dpa/dapd

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quotenmann 30.08.2012
1. Natürlich muss gegen solche Leute ein Verfahren eröffnet werden!
Wer zu Gewalt aufruft oder dazu aufruft andere zu vernichten, ob verbal oder physisch, der ist zu belangen.Nur so erhalten wir uns eine vernünftige Kultur im Umgang miteinander. Das schließt fundierte Kritik an Menschen, die auf bewieseneTatsachen abhebt, nicht aus.Da leben wir aber in einer verkehrten Welt. Politisch korrekt muss es sein, deshalb dürfen oft selbst Tatsachen nicht erwähnt und diskutiert werden.Kaum aber steht ein Einzelner unter Verdacht etwas Schlimmes getan zu haben, dann ist ohne Beweis alles genehm, was die Empörungskultur befriedigt.
McMacaber 30.08.2012
2.
.. kurz reflektiert, und überlegt, was wäre, wenn dies damals meine tochter, oder die meines nachbarn, gewesen wäre... da gehört schon eine gewisse portion stoizismus dazu, um zu sagen, "lassen wir mal den rechtstaat machen" ... mal angenommen, die situation wäre damals eskaliert, und der verdächtige wäre tatsächlich auch der schuldige gewesen - das ergebnis der emnid-umfrage hierzu wäre interessant geworden. anyway, nun wird irgendwann ein täter schuldig gesprochen; spätestens dann greift der täterschutz. er wird therapiert, resozialisiert, ausgebildet und eventuell integriert. zurück bleibt ein vergewaltigtes totes mädchen.
quotenmann 30.08.2012
3. Das Individuum leidet sehr, das ist eine Tatsache, aber
Zitat von McMacaber.. kurz reflektiert, und überlegt, was wäre, wenn dies damals meine tochter, oder die meines nachbarn, gewesen wäre... da gehört schon eine gewisse portion stoizismus dazu, um zu sagen, "lassen wir mal den rechtstaat machen" ... mal angenommen, die situation wäre damals eskaliert, und der verdächtige wäre tatsächlich auch der schuldige gewesen - das ergebnis der emnid-umfrage hierzu wäre interessant geworden. anyway, nun wird irgendwann ein täter schuldig gesprochen; spätestens dann greift der täterschutz. er wird therapiert, resozialisiert, ausgebildet und eventuell integriert. zurück bleibt ein vergewaltigtes totes mädchen.
die Gesellschaft wäre eine andere, wenn die Emnid-Umfrage entscheidet, was richtig ist. Denken Sie an Albanien, wo ganze Familien nicht mehr vor die Tür gehen können, weil sie der Blutrache ausgesetzt sind. Wollen Sie solche Zustände?
Hesekiel 30.08.2012
4.
Zitat von McMacaber.. kurz reflektiert, und überlegt, was wäre, wenn dies damals meine tochter, oder die meines nachbarn, gewesen wäre... da gehört schon eine gewisse portion stoizismus dazu, um zu sagen, "lassen wir mal den rechtstaat machen" ... mal angenommen, die situation wäre damals eskaliert, und der verdächtige wäre tatsächlich auch der schuldige gewesen - das ergebnis der emnid-umfrage hierzu wäre interessant geworden. anyway, nun wird irgendwann ein täter schuldig gesprochen; spätestens dann greift der täterschutz. er wird therapiert, resozialisiert, ausgebildet und eventuell integriert. zurück bleibt ein vergewaltigtes totes mädchen.
Wären dem ersten Aufruf damals Menschen gefolgt, und es gibt durchaus Länder, in denen das eher passiert, hätte man einen Unschuldigen gelyncht, und es wäre zum toten Mädchen jemand weiteres mit Familie gekommen, mit Freunden, die um ihn trauern..es macht durchaus Sinn, dass Ermittlungen und Verfahren rechtsstaatlich erfolgen und ein Verdächtiger bis zum Nachweis der Schuld als unschuldig gilt. Den erstbesten zu massakrieren, auf den ein Täterprofil passen könnte, hätte nur die Trauer um das Mädchen überschattet.
vhn 30.08.2012
5. Blanker Zynismus
Zitat von McMacaber.. kurz reflektiert, und überlegt, was wäre, wenn dies damals meine tochter, oder die meines nachbarn, gewesen wäre... da gehört schon eine gewisse portion stoizismus dazu, um zu sagen, "lassen wir mal den rechtstaat machen" ... mal angenommen, die situation wäre damals eskaliert, und der verdächtige wäre tatsächlich auch der schuldige gewesen - das ergebnis der emnid-umfrage hierzu wäre interessant geworden. anyway, nun wird irgendwann ein täter schuldig gesprochen; spätestens dann greift der täterschutz. er wird therapiert, resozialisiert, ausgebildet und eventuell integriert. zurück bleibt ein vergewaltigtes totes mädchen.
Was ist denn die Alternative dazu? Lynchjustiz an einem evtl. Unschuldigen ohne Gerichtsverfahren? Solches Danken halte ich für extrem gefährlich. Kurz reflektiert und mal überlegt, was wäre, wenn der unschuldig Verdächtigte mein Sohn gewesen wäre...
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