Nach Duisburg-Morden Italienischer Mafiaboss in Bunkerversteck gefasst

Er gehört zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa: Die italienische Polizei hat den Mafiaboss Santo Vottari gestellt. Gefunden wurde er in einem Bunkerversteck.

Francesco Vottari vor seinem Untertauchen 2007 (Archiv)
AP

Francesco Vottari vor seinem Untertauchen 2007 (Archiv)


Die Polizei hat einen verdächtigen Mittäter der Mafiamorde von Duisburg in einem Bunkerversteck entdeckt und verhaftet. Der Mafiaboss war nach den Morden vor fast zehn Jahren geflüchtet.

Santo Vottari, der Boss des Mafia-Clans 'Ndrangheta, wurde in seinem Versteck in Kalabrien gefasst, teilte die Polizei im süditalienischen Reggio Calabria mit. Der 44-Jährige gehört zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa. Er war laut Europol zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Nach dem Mord an sechs Menschen im August in Duisburg war er untergetaucht.

Die in der Region Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta gilt als die mächtigste der italienischen Mafia-Organisationen, die mittlerweile auch in Deutschland und im Rest der Welt aktiv ist. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti gratulierte den Einsatzkräften für die "brillante Operation".

ORF-Dokumentation

Mordverdacht in mehreren Fällen

Vottari wird laut Europol unter anderem beschuldigt, 2006 die Frau eines Bosses eines verfeindeten Mafia-Clans umgebracht zu haben. Zudem soll er drei weitere Mordversuche begangen haben und an den Duisburg-Morden beteiligt gewesen sein. Damals wurden bei einer Fehde zwischen zwei Mafia-Clans sechs Italiener vor einer Pizzeria erschossen. Der Haupttäter wurde verurteilt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizei einen flüchtigen Mafia-Boss in seinem Bunker gefasst, der mit den Morden in Duisburg in Verbindung stehen soll. Der 54-jährige Antonio Pelle alias "Mamma" wurde damals in einem Schutzraum unter seinem Haus in der Kleinstadt Bovalino gestellt. Er galt als der Boss der 'Ndrangheta in der Stadt San Luca, nahe der Fußspitze des italienischen Stiefels.

brt/dpa

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