Magdeburg Fremdenhasser verprügeln Afrikaner, schlagen schwangere Irakerin

Brutale fremdenfeindliche Attacken: In Magdeburg haben Unbekannte eine Gruppe von Afrikanern angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Kurz zuvor war eine schwangere Irakerin in einem Bus beleidigt und ins Gesicht geschlagen worden. Zahlreiche Schaulustige hatten die Übergriffe beobachtet.


Magdeburg - Wie die Polizei mitteilte, wurden vier Männer aus dem westafrikanischen Niger sowie eine 23 Jahre alte Frau und drei Männer im Alter von 25, 27 und 38 Jahren in der Nacht zum Ersten Advent in der Magdeburger Innenstadt attackiert.

Vor zahlreichen Schaulustigen hätten drei Männer ausländerfeindliche Parolen skandiert, die Afrikaner angerempelt und dann geschlagen. Im Laufe der Auseinandersetzung hätten sich dann mindestens drei weitere Angreifer hinzugesellt. Ein Passant habe daraufhin die Polizei alarmiert. Ein herbeigeeilter Polizist wurde ebenso verletzt wie zwei der Afrikaner. Die Angreifer konnten entkommen.

Am Samstagabend gegen 22 Uhr war es bereits zu einem skandalösen Übergriff gekommen: Eine 20-jährige Irakerin war mit ihrem zweijährigen Kind und vier Landsleuten in einen Bus gestiegen. Wie die Polizei mitteilte, wurde sie dort von einer Gruppe Deutscher beschimpft und beleidigt. Dann habe ein 30 Jahre alter Mann die Schwangere aufgefordert, Platz zu machen, und ihr unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Kurz darauf habe ein 28-Jähriger sie gegen ihren Kinderwagen gestoßen. Die Irakerin wurde mit Unterleibsschmerzen in ein Krankenhaus gebracht, ihr Kind blieb den Angaben zufolge unverletzt.

Nachdem die Angreifer an einer Haltestelle geflohen waren, gelang es der Polizei kurz darauf, sie zu stellen und festzunehmen. Die beiden Tatverdächtigen wurden gestern wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Staatsschutz habe in beiden Fällen Ermittlungen unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung aufgenommen, hieß es.

ala/dpa



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