Malaysia Lesbisches Paar zu Stockhieben verurteilt

In Malaysia soll ein lesbisches Paar mit Stockhieben bestraft werden. Das Vergehen der Frauen: Sie sollen Sex in einem Auto gehabt haben.

Protest gegen gleichgeschlechtliche Liebe in Malaysia
REUTERS

Protest gegen gleichgeschlechtliche Liebe in Malaysia


Malaysia steht wegen der Verhängung einer Prügelstrafe gegen ein lesbisches Paar in der Kritik: Am 12. August hatte ein Scharia-Gericht im malaysischen Bundesstaat Terengganu zwei mutmaßlich lesbische Frauen zu vier Monaten Haft, einem Bußgeld von 3300 Ringgit (etwa 688 Euro) sowie je sechs Stockhieben verurteilt.

Die Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren waren am 8. April im Distrikt Dungun festgenommen worden, wo sie in einem Auto Sex gehabt haben sollen. Im nachfolgenden Prozess hatten sich beide schuldig bekannt.

Ursprünglich sollte die Prügelstrafe an diesem Mittwoch vollstreckt werden - aufgrund "technischer Probleme" wurde dies aber auf den 3. September verlegt. Amnesty International forderte das südostasiatische Land auf, auf die Vollstreckung zu verzichten. Human Rights Watch betonte, Stockhiebe stellten eine Form der Folter dar und verletzten die Menschenwürde.

Ein Zusammenschluss von zehn verschiedenen Nichtregierungsorganisationen kritisierte das Urteil scharf - einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen sollten nicht kriminalisiert werden, so ihr Argument.

Örtliche Bürgerrechtsgruppen erklärten, in Malaysia habe die Intoleranz gegenüber Vertretern der LGBT-Gemeinde in den vergangenen Monaten zugenommen. Erst am 15. August sei eine Transgender-Frau in Seremban, südlich von Kuala Lumpur, brutal zusammengeschlagen worden.

In Malaysia sind homosexuelle Handlungen per Gesetz verboten. Von den 31 Millionen Einwohnern sind etwa 60 Prozent muslimischen Glaubens. Im Bundesstaat Terengganu können die Straftatbestände "Sodomie" und "Sex unter Frauen" mit Haftstrafen bis zu drei Jahren geahndet werden.

ala



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