Kindesmissbrauch auf Mallorca Deutscher akzeptiert 33 Jahre Gefängnis

55 Jahre Haft forderte die Staatsanwaltschaft von Palma de Mallorca wegen Kindesmissbrauchs für einen Deutschen. Der 47-Jährige ließ sich auf einen Deal ein - und reduzierte das Strafmaß so erheblich.


Palma de Mallorca - Ein Deutscher hat auf Mallorca als Hauptangeklagter in einem Prozess um den sexuellen Missbrauch von Kindern eine Gefängnisstrafe von 33 Jahren akzeptiert. Wie die spanische Nachrichtenagentur Efe berichtete, gestand der 47-Jährige zu Beginn des Verfahrens auf der spanischen Ferieninsel, pornografische Aufnahmen von zwei Mädchen gemacht zu haben.

Er habe sich bereit erklärt, den beiden Mädchen eine Entschädigung von jeweils 15.000 Euro zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft, die ursprünglich eine Freiheitsstrafe von 55 Jahren verlangt hatte, reduzierte ihre Forderung daraufhin.

Das Gericht erklärte die Verhandlungen für beendet. Die Verkündung des Urteils, das damit praktisch nur noch als Formsache galt, soll in den kommenden Wochen in schriftlicher Form erfolgen.

Die ebenfalls angeklagten Eltern der Mädchen räumten ein, davon gewusst zu haben, dass der 47-Jährige in den Jahren 2012 und 2013 Fotos von den Töchtern in Unterwäsche und Bikinis aufgenommen hat. Das aus Deutschland stammende Paar soll laut Anklage vom Hauptangeklagten Geld erhalten habe. Die Eltern bestritten jedoch, dass ihnen bekannt gewesen sei, dass von ihren Töchtern pornografische Aufnahmen gemacht worden seien.

Die Staatsanwaltschaft setzte für die Eltern die geforderte Strafe von ursprünglich 18 auf jeweils zwei Jahre Haft herab. Außerdem soll das Paar das Sorgerecht verlieren und nach Verbüßung der Haftstrafe fünf Jahre lang keinen Kontakt zu den Töchtern aufnehmen dürfen.

Bei der Festnahme des Hauptangeklagten im September 2013 hatte die Polizei auf Mallorca 23.000 pornografische Fotos und 59 Videos sichergestellt.

gam/dpa



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