Anti-Terror-Übung Britische Polizei entschuldigt sich für "Allahu Akbar"-Ruf

Sicherheitskräfte in Manchester haben einen Anti-Terror-Einsatz geübt - und dabei "Allahu Akbar" gerufen. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich die Polizei.

Polizei-Übung in Manchester
Getty Images/ MEN

Polizei-Übung in Manchester


Die britische Polizei hat sich für die Verwendung des "Allahu Akbar"-Rufs bei einer Anti-Terror-Übung entschuldigt. Bei der Simulation eines islamistischen Anschlags in Manchester war ein Maskierter in ein Gebäude gerannt, hatte "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen, einen Scheinsprengsatz gezündet und war dann zu Boden gefallen. Die Szenen wurden auf Videos festgehalten und so weiterverbreitet.

Die Verwendung des "Allahu Akbar"-Rufs sei "unverantwortlich" gewesen, sagte Garry Shewan, ranghoher Offizier bei der Polizei von Manchester. Dadurch sei die Übung mit dem Islam in Verbindung gebracht worden. Zwar sei ein Selbstmordanschlag nach dem Muster der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) simuliert worden. Gleichwohl entschuldige sich die Polizei für die durch den Ausruf entstandene "Beleidigung" der Muslime.

Bürgermeister Tony Lloyd hatte die Nutzung des Ausrufs als "völlig unnötig und nicht hinnehmbar" verurteilt. Sie habe nichts zur Übung beigetragen und gefährde stattdessen die "großartigen Gemeinschaftsbeziehungen" in Manchester.

An der Übung waren 800 Menschen beteiligt gewesen, wie unter anderem die BBC berichtet. Demnach waren viele Statisten als Opfer mit vermeintlichen Verletzungen verkleidet. Geplant wurde die Übung im Dezember nach den Anschlägen in Paris - eine erhöhte Bedrohungslage gibt es für die Stadt in Nordwestengland laut Polizei nicht.

mxw/AFP

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