"Mangelhafte" Aufsicht: Vorbestrafter soll junge Französin ermordet haben

Der Mord an einer 18-Jährigen hat in Frankreich eine Diskussion über Wiederholungstäter entfacht: Der Hauptverdächtige ist 15-fach vorbestraft und war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen - zuletzt liefen sieben Anzeigen aus seiner eigenen Familie gegen ihn.

Pornic - Ermittler haben in einem See in Frankreich eine zerstückelte Leiche gefunden: Zahnabdrücke ergaben mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit, dass es sich um ein seit zwei Wochen vermisstes Mädchen handelt, wie die Staatsanwaltschaft Nantes mitteilte. Der mutmaßliche Täter, ein 15-fach vorbestrafter Mann aus der Umgebung, habe nicht mit der Polizei zusammengearbeitet und die Ermittler nicht zu der Leiche geführt, so Staatsanwalt Xavier Ronsin.

Der 31-jährige Hauptverdächtige war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen, zuletzt liefen sieben Anzeigen aus seiner eigenen Familie gegen ihn. Die Taucher mussten rund zwanzig Wasserstellen in der Gegend um Pornic an der Atlantikküste durchsuchen, bis sie die mit einem Gerüst beschwerten Leichenteile in einem See fanden, sagte Staatsanwalt Ronsin. Der mutmaßliche Täter sei dort oft Angeln gegangen. Er war an dem Abend im Januar, an dem die junge Frau verschwand, zuletzt mit ihr gesehen worden. Den Angaben zufolge wurde das Opfer erwürgt.

Der Fall wird in Frankreich heftig diskutiert: Innenminister Brice Hortefeux und Justizminister Michel Mercier sagten, der Wiederholungstäter Tony M. sei nach seiner Freilassung "mangelhaft" beaufsichtigt worden. Dafür werde es "Strafen" geben. Beide Minister sollten Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag nach Orléans begleiten, wo er eine Rede zur Bekämpfung der Kriminalität und zu Wiederholungstätern halten wollte. Der Präsident hatte die Pflegeeltern der 18-Jährigen in den Elysée-Palast eingeladen und ihnen zugesagt, die "Verantwortung" für die Tat werde aufgeklärt.

wit/AFP

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