Mangelhafte Brustimplantate Frau verklagt TÜV-Rheinland

Der TÜV-Rheinland soll die mangelhaften Brustimplantate des französischen Herstellers PIP nicht ausreichend kontrolliert haben. Deshalb fordert eine 62-Jährige 100.000 Euro Schmerzensgeld.


Frankenthal - Wegen mangelhafter Brustimplantate hat eine Frau aus Ludwigshafen den TÜV-Rheinland verklagt. Die Klägerin verlangt nach Auskunft ihrer Anwältin 100.000 Euro Schmerzensgeld. Der TÜV habe die französische Herstellerfirma der Gelpolster nicht ausreichend überwacht, argumentierte die Anwältin beim Prozessauftakt vor dem Landgericht in Frankenthal.

Die Klägerin wirft dem TÜV vor, er habe seit 2001 lediglich Dokumente zur Zertifizierung gesichtet, nicht aber die eigentlich "erforderlichen Inspektionen" vorgenommen. Dies sei "absurd" und somit nicht mit den entsprechenden EU-Richtlinien vereinbar. Die Füllung der Implantate sei nicht kontrolliert worden, was nach ihrer Ansicht bei Medizinprodukten vorgeschrieben ist.

Die Anwältin des TÜV wies die Vorwürfe zurück. Alle Richtlinien seien eingehalten worden. Demnach werde mit den Herstellern vorher abgesprochen, welche Bereiche des Unternehmens kontrolliert würden. Bei diesen Besuchen habe es nie Grund für einen Verdacht gegeben. So seien nur Fässer mit dem medizinisch zugelassenen Silikon entdeckt worden. "Das System schützt nicht vor jemandem, der betrügt", sagte die Anwältin.

Der Skandal um die Implantate des inzwischen insolventen französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) betrifft weltweit Hunderttausende Frauen. Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass die Polster mit mangelhaftem Billig-Silikon gefüllt waren, das für den industriellen, aber nicht für den medizinischen Bereich zugelassen war. Ende 2011 forderte die französische Regierung die Frauen wegen möglicher Gesundheitsgefahren auf, die Implantate entfernen zu lassen. Auch die Klägerin hat sich laut ihrer Anwältin deshalb vergangenes Jahr operieren lassen. Sie litt eigenen Angaben zufolge unter massiven gesundheitlichen Beschwerden.

"Irgendjemand muss zur Verantwortung gezogen werden", sagte die 62 Jahre alte Klägerin. Die Herstellerfirma PIP selbst ist insolvent, daher richteten sich die Vorwürfe vor allem gegen den TÜV. In einem anderen Prozess zu einem ähnlichen Fall in Karlsruhe hatten die Richter zu Beginn wenig Hoffnung auf schnellen Schadensersatz gemacht. Eine Entscheidung gibt es noch nicht.

ulz/dpa/dapd



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westerwäller 09.01.2013
1. Wenn's gegen den kleinen Autofahrer geht ...
--- die Doppelgötter im Overall ... Wenn man die Kohle nicht durch Pflichtverordnung vom Staat zugeschustert bekommt, kann man ja wohl mal ein Auge zudrücken und sich die Prüfvorschriften vom Kunden vorgeben lassen ...
doc.nemo 09.01.2013
2. Jeder taugt zum Sündenbock
Zitat von sysopDer TÜV-Rheinland soll die mangelhaften Brustimplantate des französischen Herstellers PIP nicht ausreichend kontrolliert haben. Deshalb fordert eine 62-Jährige 100.000 Euro Schmerzensgeld. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mangelhafte-brustimplantate-frau-verklagt-tuev-rheinland-a-876615.html
"Irgend jemand muss zur Verantwortung gezogen werden", so die Klägerin. Hinzufügen müsste man noch "egal, ob er was dafür kann oder nicht." Nachdem der Alleinschuldige nicht mehr zahlen kann, muss man andere Schuldige generieren. Wenn man nur genügend Leute verklagt, wird es schon irgend jemanden treffen, die Justiz ist da sehr einfallsreich. Die Chirurgen, die die fehlerhaften Implantate eingesetzt haben, stehen schon vor Gericht. Damit sind die Möglichkeiten aber noch nicht erschöpft. Wie wäre es mit dem Hersteller des Silikons? Der hätte sich schließlich versichern müssen, dass sein Produkt nicht zweckentfremdet wird. Oder die Händler der Implantate? Schließlich haben sie mit fehlerhaften Produkten gehandelt. Oder, besser noch, die Putzfrau des Betriebs. Warum? Keine Ahnung, aber den Richtern wird schon was einfallen. Jeder taugt zum Sündenbock.
PTerGun 09.01.2013
3. Weia
Selbst im Gutfall müsste die Frau sich selber verklagen für die bescheuerte Idee, sich Brustimplantate einbauen zu lassen.
Andreas-Schindler 09.01.2013
4. Tüv
Zitat von sysopDer TÜV-Rheinland soll die mangelhaften Brustimplantate des französischen Herstellers PIP nicht ausreichend kontrolliert haben. Deshalb fordert eine 62-Jährige 100.000 Euro Schmerzensgeld. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mangelhafte-brustimplantate-frau-verklagt-tuev-rheinland-a-876615.html
Unwahrscheinlich das die Frau damit etwas bewirkt. der TÜV-Siegel ist eh nur ein Unnützer Aufkleber ohne Rechtlicher Bedeutung. Beim Auto gibt es auch keine Möglichkeit den Prüfer bei der HU zu Belangen wegen Unfähigkeit wenn der Wagen 2 Minuten nach der HU-Prüfung Auseinander fällt.
klauslynx 09.01.2013
5. Faule Ausrede des TÜV Rheinland
Der TÜV ist hier genau so getäuscht worden wie die Frau die klagt.So die Anwältin des TÜV. Die geschädigte Frau ist keine beauftragte Prüferin und hat auch kein Gütezeugnis abgegeben.Der TÜV ist für seien Gutachten verantwortlich. In diesem Fall schadensersatzpflichtig.Er ist für dieses (auch)Falschgutachten bezahlt worden.
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