Leiche angezündet Erneut Mord aus Schwulenhass in Russland

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat es im fernen Osten Russlands offenbar einen Mord aus Schwulenhass gegeben. Auf der Halbinsel Kamtschatka sollen drei Verdächtige den Vizechef eines Regionalflughafens getötet und die Leiche angezündet haben.


Moskau/Wolgograd - In Russland ist erneut ein homosexueller Mann vermutlich aus Schwulenhass ermordet worden. Drei Verdächtige haben eingeräumt, den 39-jährigen Vizedirektor eines Regionalflughafens auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka getötet und die Leiche angezündet zu haben. Das teilte die örtliche Ermittlungsbehörde mit.

Erst im Mai war ein 23-Jähriger in Wolgograd aus Schwulenhass ermordet worden. Die zunehmende Zahl von Übergriffen sei Folge der "homophoben Rhetorik" der Behörden und der politischen Führung des Landes, sagte Schwulenaktivist Nikolai Alexejew der Agentur Interfax.

Die Staatsduma befasst sich derzeit mit einem umstrittenen Gesetz zum Verbot von "Homosexuellen-Propaganda". Homosexualität ist in Russland seit 1993 nicht mehr strafbar, wird aber auch wegen der einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche weitgehend tabuisiert.

Das Motiv für den Mord an dem Flughafen-Vizedirektor sei vermutlich die "nicht traditionelle sexuelle Orientierung" des Mannes, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

rls/dpa

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