Zugunglück in Mannheim Lokführer räumt Fehler ein

Anfang August stießen am Mannheimer Hauptbahnhof ein Güterzug und ein Eurocity zusammen, 35 Menschen wurden verletzt. Nun gestand der Lokführer des Güterzugs, er habe ein Signal übersehen.

Unglücksstelle am Mannheimer Hauptbahnhof: Ein Güterzug hatte einen Eurocity gerammt
DPA

Unglücksstelle am Mannheimer Hauptbahnhof: Ein Güterzug hatte einen Eurocity gerammt


Mannheim - Rund zweieinhalb Monate nach dem Zugunglück von Mannheim mit 35 Verletzten hat der Lokführer des beteiligten Güterzugs Fehler eingeräumt. Er habe ausgesagt, ein Haltesignal übersehen zu haben, erklärte ein Sprecher der Mannheimer Staatsanwaltschaft und bestätigte damit einen Bericht von "hr-info".

Der Zug sei dann automatisch zwangsgebremst worden. "Er ging davon aus, dass er zu Unrecht zwangsgebremst wurde, so hat er es geschildert." Daher sei er trotzdem wieder angefahren. Der Mann habe sich über den Rechtsbeistand seiner Gewerkschaft an die Staatsanwaltschaft gewandt.

Anfang August hatte der niederländische Güterzug des Unternehmens ERS Railways einen Eurocity der Bahn gerammt. Zwei Waggons mit 110 Reisenden kippten um, 35 Menschen wurden verletzt. Der Unfall kostet die Deutsche Bahn nach eigener Aussage mehrere Hunderttausend Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Gefährdung des Bahnverkehrs aufgenommen. Schnell war klar: Die Unfallursache ging auf menschliches Versagen zurück. Der Verdacht der Staatsanwaltschaft richtete sich daraufhin gegen den Lokführer des Güterzugs. Den Ermittlern zufolge ist der Mann kein Mitarbeiter der Deutschen Bahn, sondern Triebfahrzeugführer einer Personalagentur.

gam/dpa



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insgesamt 17 Beiträge
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edizone 22.10.2014
1. Wegen dem Vorkommen von Fehlern
... wie Unaufmerksamkeit und Streiks am Besten alles bei der Bahn Automatisieren und ohne Menschen fahren lassen. Klappt wahrscheinlich besser und ist auf Dauer günstiger.
Mach999 22.10.2014
2.
Mit der Bitte um Recherche: Was sagen denn die Dienstvorschriften dazu, wie nach einer Zwangsbremsung vorzugehen ist? Ich würde ja erwarten, dass sich der Lokführer dann mit der Leitstelle (oder wie auch immer die heißt) in Verbindung setzen muss, um die Ursache zu klären.
armi-nator 22.10.2014
3. Lokführer von der Personalagentur
Tja, so führt halt Vernachlässigung und Ausverkauf grundlegender staatlicher Funktionen und Qualifikationen auch mal hier und da zu gewissen Kollateralschäden bei der Bevölkerung. Ehrlich, zu sowas fehlen einem doch die Worte.
murmel57 22.10.2014
4. Personalagentur??? WOW!!!
Kommen da nicht einige Vorurteile hoch, was Personalagenturen betrifft? Ist dieser Artikel jetzt irgendwie im Zusammenhang mit dem aktuellen Tarifkampf der GDL zu sehen?
wdiwdi 22.10.2014
5. Typisches Beispiel für...
die hohe und unverzichtbare Verantwortung von Lokführern, die radikale Gehaltserhöhungen und flächendeckende Streiks rechtfertigen . Wo kämen wir hin, wenn Züge automatisch fahren würden und niemand die schon jetzt flächendeckend verbauten automatischen Systeme ausschalten würde? Mehr Sicherheit geht nur, wenn auch noch ein Heizer mitfährt!
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