Leslie van Houten Gouverneur lehnt Bewährung für frühere Manson-Jüngerin ab

Auch der 21. Antrag auf Begnadigung ist gescheitert: Die frühere Manson-Jüngerin Leslie van Houten muss im Gefängnis bleiben - obwohl die Bewährungskommission ihre Freilassung empfiehlt.

AP/Los Angeles Daily News/Stan Lim

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, hat erneut eine Freilassung der früheren Charles-Manson-Jüngerin Leslie Van Houten abgelehnt. Als 19-Jährige war die mittlerweile 68 Jahre alte Frau an einem Doppelmord in Los Angeles beteiligt. Sie wurde 1971 zum Tode verurteilt, später wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Wie schon 2016 hatte die Bewährungskommission im vergangenen Jahr van Houtens Freilassung empfohlen - und wieder entschied der demokratische Gouverneur anders. Van Houten schiebe noch immer zu viel Verantwortung auf Manson ab, sagte Brown. Ihr jugendliches Alter zur Tatzeit, ihr gutes Verhalten hinter Gittern und ihr durch Manson erlittener Missbrauch rechtfertigten zwar eine Prüfung der Freilassung. Allerdings, so der Gouverneur, würden diese Faktoren von negativen Punkten überlagert, die gegen eine Bewährung sprächen.

Man werde diese Entscheidung anfechten, sagt ein Anwalt van Houtens.

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Leslie Van Houten: Freilassung abgelehnt

Die Gruppe "Manson Family" hatte 1969 im Auftrag des Kultführers Charles Manson insgesamt sieben Menschen ermordet, darunter die hochschwangere Sharon Tate. An der Tötung der Schauspielerin und Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski war Van Houten nicht beteiligt. An der Ermordung des Geschäftsmanns Leno LaBianca und seiner Frau hingegen schon.

Van Houten habe eine wichtige Rolle bei dem Mord gespielt, einem der berüchtigtsten der Manson-Familie, so Gouverneur Brown. Die Schwere der Tat allein könne ein Grund für die Ablehnung der Freilassung sein, sagte er laut "Los Angeles Times" - "sogar, wenn es starke Hinweise auf eine Rehabilitierung und keine Hinweise auf eine andauernde Gefährlichkeit gibt".

Van Houten war eigenen Angaben zufolge nach der Scheidung ihrer Eltern als Teenager auf die schiefe Bahn geraten. Sie nahm Drogen und lief mit ihrem Freund von Zuhause weg. Auf einer Reise durch Kalifornien schloss sie sich schließlich der Manson Family an.

Der Sektenführer selbst war im vergangenen November im Alter von 83 Jahren gestorben. Auch ihm war eine Freilassung auf Bewährung stets verwehrt worden.

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Charles Manson: Ein Leben im Gefängnis

hut/AP/Reuters

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