Prozess in Essen Angeklagter gesteht Schuss auf Profiboxer Manuel Charr

In einem Essener Imbiss schoss ein 25-Jähriger dem Boxer Manuel Charr in den Unterleib. Vor Gericht hat der Angeklagte die Tat nun eingeräumt - und den Sportler für die Eskalation verantwortlich gemacht.

Schwergewichtsboxer Manuel Charr (Archiv)
DPA

Schwergewichtsboxer Manuel Charr (Archiv)


Der Prozess um den Mordanschlag auf Profiboxer Manuel Charr hat mit einem Geständnis begonnen. "Der Angeklagte wollte Charr eine Lektion erteilen", heißt es in einer Erklärung, die der Verteidiger des 25-Jährigen vor dem Landgericht Essen verlas. Sein Mandant habe dem Boxer aber nur ins Bein schießen wollen. Dass die Kugel in den Unterbauch eindrang, habe er erst später erfahren - und sei darüber sehr betroffen gewesen.

Charr überlebte die Bluttat nur knapp. Auslöser des Angriffs war dem Anwalt zufolge ein Streit um die Boxerehre. Der Angeklagte habe nach einer Niederlage Charrs gegen den Letten Mairis Briedis ein Video des Kampfs im Internet gepostet, heißt es in der Erklärung. Daraufhin sei es zwischen den beiden Männern zu üblen Beleidigungen gekommen. Am Ende habe die Sache "von Mann zu Mann" geklärt werden sollen.

Der Angeklagte machte Charr, 31, für die Eskalation verantwortlich. Dieser habe ihm vor der Tatnacht mitteilen lassen, dass er dessen Mutter und Schwester in seiner Gewalt habe - was allerdings nicht gestimmt habe. Nur deshalb will der 25-Jährige in der Nacht auf den 2. September 2015 in einem Essener Döner-Imbiss aufgetaucht sein. Dort kam es zu der Tat.

Charrs Leben wurde in einer mehrstündigen Notoperation gerettet. Die Anklage lautet auf Mordversuch. Der Boxer selbst soll zu einem späteren Zeitpunkt als Zeuge vernommen werden.

wit/dpa



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