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Urteil in Essen: Fünf Jahre Haft für Schuss auf Profiboxer Manuel Charr

In einer Dönerbude schoss ein 25-Jähriger den Boxer Manuel Charr nieder. Das Essener Landgericht hat den geständigen Schützen nun zu fünf Jahren Haft verurteilt. Opfer und Täter haben sich offenbar bereits verziehen.

Der Verurteilte Youssef H. auf der Anklagebank Zur Großansicht
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Der Verurteilte Youssef H. auf der Anklagebank

Knapp sieben Monate nach einem Attentat auf Profiboxer Manuel Charr ist ein 25-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestanden, in einem Döner-Imbiss in Essen auf Charr geschossen zu haben. Der Boxer war durch einen Bauchschuss schwer verletzt worden.

Die beiden Männer kennen sich aus der Boxerszene. Hintergrund der Tat war ein Streit um ein Facebook-Video, das die Niederlage Charrs gegen den Letten Mairis Briedis zeigt. Richter Andreas Labentz bezeichnete die über das Internet geäußerten wechselseitigen Beleidigungen als einen "an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Hahnenkampf".

Profi-Boxer Manuel Charr und sein Anwalt Peter Therstappen Zur Großansicht
DPA

Profi-Boxer Manuel Charr und sein Anwalt Peter Therstappen

"Der Angeklagte wollte Charr eine Lektion erteilen", heißt es in einer Erklärung, die der Verteidiger des 25-Jährigen während des Prozesses verlas. Sein Mandant habe dem Boxer aber nur ins Bein schießen wollen. Dass die Kugel in den Unterbauch eindrang, habe er erst später erfahren - und sei darüber sehr betroffen gewesen.

Ärzte retteten Charrs Leben in einer mehrstündigen Notoperation. Die Anklage lautete auf Mordversuch, die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert.

apr/gam/dpa

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