Manuela Schwesig zu Hakenkreuzen an Unfallort "Wie kann man nur so unmenschlich handeln?"

Als "widerwärtige Tat" hat Manuela Schwesig rechtsextreme Schmierereien an der Stelle, wo ein syrischer Junge verunglückte, bezeichnet. Die SPD-Politikerin forderte, die Tat aufzuklären.

Manuela Schwesig (Archiv)
imago/ STPP

Manuela Schwesig (Archiv)


Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat rechtsextreme Schmierereien an einem Unglücksort in Schönberg verurteilt. "Das ist eine widerwärtige Tat", sagte sie dem "Nordkurier". Unbekannte hatten zweimal Hakenkreuze an die Stelle gemalt, an der ein syrisches Kind tödlich verunglückt war.

Schwesig zeigte sich entsetzt über die mutmaßliche rassistische Hetzkampagne gegen die Familie des Jungen. Es gebe nichts Schlimmeres, als das eigene Kind zu verlieren. "Wie kann man nur so unmenschlich handeln?", sagte sie. Die SPD-Politikerin forderte, dass alles getan werden müsse, um die Täter zu finden.

Ende Juni war der Neunjährige in dem Ort in Nordwestmecklenburg laut Polizei von einem Traktor erfasst worden und starb wenige Tage später im Krankenhaus. Am 8. Juli meldete ein Zeuge ein etwa einen Quadratmeter großes Hakenkreuz an der Unfallstelle. Es wurde entfernt, doch knapp drei Wochen später malten Unbekannte erneut das verfassungsfeindliche Symbol auf den Gehweg.

Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Jungen und den Schmierereien. Die Ermittler schalteten nach eigenen Angaben den Staatsschutz ein und riefen Zeugen auf, sich mit Hinweisen an die Polizei zu wenden.

Die Region um Grevesmühlen galt noch vor einigen Jahren als Hochburg der rechtsextremen Szene, etwa 30 Kilometer entfernt von Schönberg liegt das als Neonazi-Dorf verschriene Jamel. Landesinnenminister Lorenz Caffier sagte der "Bild-Zeitung" , dass es in Schönberg selbst keine unmittelbare rechte Szene gebe. Es werde jedoch geprüft, inwiefern Rechtsextremisten in der näheren Umgebung beheimatet seien. "Ein Zusammenhang zwischen Hakenkreuz-Schmierereien und dem tragischen Unfall ist stark anzunehmen", sagte der CDU-Politiker.

bbr



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