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18. Februar 2013, 14:34 Uhr

Belgischer Kindermörder

Gericht lehnt Dutroux' vorzeitige Entlassung ab

Marc Dutroux bleibt im Gefängnis. Ein Brüsseler Gericht hat einen Antrag des Schwerverbrechers auf vorzeitige Haftentlassung zurückgewiesen. Der Kindermörder wollte für sich Hausarrest mit einer Fußfessel erreichen.

Brüssel - Der belgische Kinderschänder Marc Dutroux wird nicht vorzeitig aus der Haft entlassen. Die Brüsseler Haftprüfungskammer wies am Montag einen entsprechenden Antrag von Dutroux zurück, der seine weitere Strafe im Hausarrest mit elektronischer Fessel verbüßen wollte. Zur Begründung verwies das Gericht unter anderem auf die Gefahr, dass Dutroux wieder rückfällig werden könnte.

Die Entscheidung fiel in Abwesenheit von Dutroux. Bei der ersten Anhörung vor zwei Wochen war der 56-Jährige vor Gericht erschienen, allerdings streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Dutroux war 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hat sechs Mädchen entführt, gefangengehalten, gefoltert und vergewaltigt, vier von ihnen starben. Juristen errechneten unter Berücksichtigung von vorherigen Strafen, dass Dutroux von April 2013 an freigelassen werden könnte. Das belgische Recht erlaubte bislang bei lebenslangen Strafen den ersten Antrag auf Freilassung nach zehn Jahren Haft, bei Wiederholungstätern nach 16 Jahren.

Dutroux' Antrag wurden schon im Vorfeld kaum Chancen auf Erfolgeingeräumt. Die Freilassung wäre nur möglich, wenn Gutachten der Gefängnisleitung und psychologischer Sachverständiger zum Ergebnis kommen, dass vom Täter keine Gefahr mehr ausgehe.

Zudem hat Dutroux bisher kein Bedauern geäußert. Seine Mutter Jeannine Dutroux sagte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit "Le Soir Magazine": "Marc ist noch nicht so weit, freizukommen, weil er die Verantwortung für seine Taten immer noch anderen geben will."

bim/AFP

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