Entführung von Unternehmersohn Würth Ermittler vermuten Geldsorgen als Tatmotiv

Nedzad A. steht vor Gericht, weil er den Milliardärssohn Markus Würth entführt haben soll. Nun haben Ermittler einen möglichen Grund für die Tat genannt.

Nedzad A. vor Gericht
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Nedzad A. vor Gericht


Im Prozess zur Entführung des Milliardärssohns Markus Würth haben Ermittler Indizien präsentiert, die aus ihrer Sicht für eine Täterschaft des Angeklagten sprechen. Ein Kriminalbeamter und Mitglied der Sonderkommission verwies in dem Verfahren am Landgericht Gießen auf entsprechende Hinweise.

Nach Ergebnissen einer Telefonüberwachung war das Mobiltelefon des mutmaßlichen Täters Nedzad A. phasenweise in denselben Funkzellen registriert, aus denen auch Anrufe des Erpressers kamen.

Nach Auswertung aller Spuren sagte der Fuldaer Kriminaloberkommissar, es sei nichts gefunden worden, was gegen eine Tatbeteiligung des 48-Jährigen spreche. Die Ermittler kämen zu dem Schluss, dass der Angeklagte in Tatplanung und Ausführung involviert war.

Als Beweggrund für die Entführung mit Lösegeldforderung gehen die Ermittler von Geldsorgen aus. "Die angespannte Finanzsituation könnte das Motiv gewesen sei", sagte der Soko-Mitarbeiter. Es seien Schulden und Forderungen in Höhe von einigen Tausend Euro aufgelaufen. Immer wieder seien Mahnbescheide und Inkassoforderungen beim Angeklagten eingegangen.

Der A. soll im Juni 2015 mit unbekannten Mittätern den behinderten erwachsenen Sohn des Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth im osthessischen Schlitz entführt haben. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Die Übergabe scheiterte aber. Das damals 50 Jahre alte Opfer kam weitgehend unversehrt frei.

cop/dpa

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