Gewalt an Weihnachten Mehrere Tote bei Familienstreitigkeiten

An Weihnachten sind bei familiären Auseinandersetzungen mehrere Menschen getötet oder schwer verletzt worden. Provokationen und Beziehungsdramen lösten Prügeleien und Messerstechereien aus.

In diesem Haus im bayerischen Gangkofen fand die Polizei die Leiche einer 66-Jährigen
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In diesem Haus im bayerischen Gangkofen fand die Polizei die Leiche einer 66-Jährigen


Berlin - Während der Weihnachtsfeiertage starben bundesweit mehrere Menschen, offenbar weil Konflikte in Familien und Beziehungen eskalierten. Im brandenburgischen Finsterwalde tötete ein 78 Jahre alter Mann seine ein Jahr jüngere Lebensgefährtin im Schlaf und erhängte sich anschließend in einer Gartenlaube, wie die Polizei mitteilte.

Im niederbayerischen Gangkofen, in der Nähe von Regensburg, fanden Polizisten die Leiche einer 66-Jährigen. Im Garten hatte ein Nachbar zuvor den 68 Jahre alten leblosen Ehemann des Opfers gefunden, der trotz Wiederbelebung noch vor Ort starb.

In Baden-Württemberg eskalierten an den Weihnachtsfeiertagen gleich mehrere Familienstreitigkeiten. In Tettnang am Bodensee stieß an Heiligabend ein 37 Jahre alter Mann seine gleichaltrige Ehefrau, die daraufhin mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufschlug und sich schwer verletzte.

Im Ortenaukreis, in der Nähe von Freiburg, schlug ein zehn Jahre alter Junge am Heiligabend auf seine Mutter ein und bedrohte sie mit einem Messer. Der Junge wurde in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie in Offenburg gebracht. Bei der Fahrt dorthin habe der Zehnjährige gefesselt werden müssen, weil er versucht habe, auf die Beamten einzuschlagen.

Im thüringischen Eisenach prügelte ein 50-Jähriger offenbar seine zwei Jahre ältere Lebensgefährtin zu Tode. Bei dem Angriff in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag wurde die Frau schwer verletzt und starb einige Stunden später in der Wohnung.

Bei einem Familiendrama in Duisburg erstach am Mittwochnachmittag ein 30 Jahre alter Mann offenbar seinen 39 Jahre alten Schwager. Der Mann aus dem rheinland-pfälzischen Neuwied wurde mit einem Messer so schwer am Herzen verletzt, dass er in einem Krankenhaus kurz vor einer Notoperation starb.

Zu der Auseinandersetzung war es gekommen, weil die 26-jährige Ehefrau des Tatverdächtigen mit ihren vier Kindern ausziehen wollte. Der Neuwieder war deshalb nach Duisburg gekommen, um seiner Schwester beim Umzug zu helfen. Auch der getrennt von der Ehefrau lebende 30-Jährige tauchte in der Wohnung auf. Zunächst kam es in den Räumen zu einem lautstarken Streit, der sich dann auf die Straße verlagerte. Dort stach der 30-Jährige bei einem Handgemenge seinem Schwager in die Brust und in den Rücken.

Bei einer Familienfeier im mittelfränkischen Weisendorf kam ein 15-Jähriger durch einen Messerstich in die Brust ums Leben. Der Teenager war am Dienstagabend mit seinem Cousin in dessen Zimmer in Streit geraten, nachdem sie sich mit Worten immer wieder provoziert hatten. Der 20-Jährige soll seinem Cousin mit einem Klappmesser in den Oberkörper gestochen haben. Der 15-Jährige starb noch am Tatort. Das Amtsgericht Erlangen hat Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen.

Ob der 20-Jährige seinen Cousin wirklich habe töten wollen, müsse ein Gericht klären, sagte ein Polizeisprecher. "Wer aber mit einem Messer in die Richtung eines anderen Menschen zielt, der muss auch damit rechnen, dass er ihn trifft." Eine Obduktion des Leichnams habe inzwischen bestätigt, dass ein Messerstich in die Brust die Ursache für den Tod des 15-Jährigen war.

kha/dapd/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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egowehner 27.12.2012
1. Stehet im Glauben, seid einig und seit stark ?
Eine durchgehend christliche Gesellschaft ist die deutsche nur noch in Nischen - ansonsten wird geheuchelt und mit dem Finger auf andere, z.B. die US-Gesellchaft gezeigt. Dabei haben wir doch selbst genuegend geistig Gestoerte. Allerdings: die ersten beiden Faelle koennen auch einfach Lebensmuedigkeit als Grund gehabt haben.
delta058 27.12.2012
2.
Zitat von sysopDPAAn Weihnachten sind bei familiären Auseinandersetzungen mehrere Menschen getötet oder schwer verletzt worden. Provokationen und Beziehungsdramen lösten Prügeleien und Messerstechereien aus. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mehrere-tote-bei-familienstreitigkeiten-an-weihnachten-a-874882.html
Heilige Mutter Gottes, ich weiß ja das zu Weihnachten die Selbstmordraten in die Höhe schießen und eine Menge Streitereien stressbedingt ausbrechen aber das ist schon Hammer. Ok, ich hatte zu Weihnachten bis zu 14 Gäste im Haus und ein paar mal Lust die ganze Bagage raus zu werfen, aber nie wär ich auf den Gedanken gekommen denen richtig weh zu tun.
el-gato-lopez 27.12.2012
3. Realität
War ja klar, dass sowas in die Richtung "H IV ist schuld" kommt. Fragen Sie doch mal Finnen, Schweizer, Österreicher - oder sonstige Bewohner "asozialer" Ländern, ob es normal ist, gesunde (!), arbeitsfähige (!) Menschen bis zum Sanktnimmerleinstag mit Transferleistungen zu finanzieren?! Die einhellige Antowrt dürfte überraschen - NEIN. Dänen oder Schweizer finden es auch nicht sonderlich logisch, dass der Staat seinen Bürgern einen Job suchen (!) soll. Ist ja schliesslich im Interesse jedes Einzelnen... Ne ne, wenn ihre Logik stimmen würde, müsste es in Ländern mit derartiger "sozialer Kälte" höhere Mordraten geben als in Mexiko...
2wwk 27.12.2012
4. Geht auch ohne Kanone
Toeten braucht kein Gewehr! Wir sind nicht besser.
meinmein 27.12.2012
5.
Die gleiche Meldung hatten wir schon vor 2 Tagen. In den Kommentaren wurde auf die Mitwirkung von Messern hingewiesen, die darauf hindeutet, dass die Täter mit Weihnachten nichts am Hut haben und es sich hier nur um ganz normale, jedes Wochenende vorkommende Gewalttaten handelt.
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