Gewalttaten zu Weihnachten: Messerstechereien, Hammerattacken, Rockerangriffe

Durch Gewalttaten starben an den Tagen um Weihnachten mindestens zwei Menschen, weitere 15 wurden teils schwer verletzt. Das jüngste Todesopfer starb im Alter von 15 Jahren bei einer Familienfeier.

Polizeiabsperrung: In diesem Wohnhaus in Bayern starb ein 15-Jähriger durch Messerstich Zur Großansicht
DPA

Polizeiabsperrung: In diesem Wohnhaus in Bayern starb ein 15-Jähriger durch Messerstich

Berlin - Vor und während des Weihnachtsfests musste die Polizei in Deutschland immer wieder ausrücken. In Bayern wurde ein Jugendlicher bei einer Familienfeier von seinem Cousin erstochen, in Baden-Württemberg starb ein junger Mann nach einem Bandenstreit. Außerdem überfiel ein Rentner im rheinischen Krefeld eine Nachbarin und verletzte die alte Dame mit einem Hammer schwer. In Brandenburg schlug ein Fahrgast in einem Regionalexpress ohne erkennbaren Grund mit einem Hammer auf einen Mitreisenden ein.

Der wohl schwerste Vorfall ereignete sich in Esslingen, in Baden-Württemberg. Dort war in der Nacht zum Samstag ein 22-Jähriger bei einem Angriff, an dem mindestens 20 Personen beteiligt waren, durch mehrere Messerstiche getötet worden. Fünf weitere Männer wurden schwer und fünf leicht verletzt. Bis auf den 21-jährigen Bruder des Getöteten konnten alle Verletzten die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen.

Die Polizei hat nach der brutalen Auseinandersetzung zwischen rockerähnlichen Banden sieben Tatverdächtige festgenommen. Vier von ihnen wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes einem Haftrichter vorgeführt und sitzen jetzt in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten.

Mit dem Hammer gegen Nachbarn und Mitreisende

Zu einer ebenfalls tödlichen Auseinandersetzung kam es am ersten Weihnachtsfeiertag im bayerischen Weisendorf. Bei einem Familientreffen war ein 15-jähriger Jugendlicher mit seinem älteren Cousin aneinandergeraten. Der 20-Jährige soll dabei ein Klappmesser gezogen und seinem Kontrahenten tödliche Stichwunden zugefügt haben. Der Tatverdächtige wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Das Amtsgericht Erlangen erließ gegen ihn Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags.

Bereits am Heiligabend hatten Anwohner in Krefeld Hilferufe aus einer Wohnung gehört und die Rettungskräfte verständigt. Feuerwehr und Polizei fanden die 82-jährige Bewohnerin mit schweren Kopfverletzungen. Sie konnte noch berichten, dass ihr ein Nachbar mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen habe. Der angetrunkene 74-Jährige wurde festgenommen. Er bestritt die Tat. Die Ermittler vermuten, dass der Mann die Nachbarin berauben wollte.

Ebenfalls mit einem Hammer hat ein 51-Jähriger am Heiligabend in einem Regionalexpresszug nahe Berlin einen Mitreisenden plötzlich angegriffen und schwer verletzt. Am Bahnhof Rangsdorf in Brandenburg sei der Täter zugestiegen und habe zunächst im Abteil des 26-Jährigen Platz genommen. Dann sei er auf den Berliner zugegangen und habe ihm mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag in Potsdam mit. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, der Täter in die Psychiatrie überstellt.

Bewaffneter Familienstreit

Gerade einmal zehn Jahre alt ist ein Junge, der am Heiligabend seine Mutter in Baden-Württemberg mit einem Messer bedrohte. Die hilflose Frau wählte den Notruf. Als die Beamten in der Wohnung im Kreis Offenburg eintrafen, seien sie ebenfalls von dem Kind bedroht worden.

Am Bodensee in Tettnang stieß ein Mann seine Ehefrau so heftig zu Boden, dass sie mit dem Hinterkopf aufschlug und benommen liegen blieb. Bei einer Freiburger Familie endete das Weihnachtsfest schon einen Tag vor Heiligabend im Chaos. Ein Elfjähriger hatte die Polizei um Hilfe gerufen, weil sein Vater ausgerastet war. Der 35-Jährige soll die Mutter des Jungen geschlagen und mit einem Messer bedroht haben.

mak/dpa/dapd

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1. Nix neues ...
ablaufdatum 26.12.2012
alles wie immer.
2.
Der Mop 26.12.2012
Zitat von ablaufdatumalles wie immer.
Genau. Oh je, du fröhliche...
3.
tantetrudi 26.12.2012
Zitat von sysopDurch Gewalttaten kamen am Weihnachtsfest mindestens zwei Menschen um Leben, viele weitere wurden teils schwer verletzt. Das jüngste Todesopfer starb im Alter von 15 Jahren bei einer Familienfeier. Mehrerer Tote bei Gewalttaten zu Weihnachten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mehrerer-tote-bei-gewalttaten-zu-weihnachten-a-874704.html)
Hammerhart.
4. ja mei,
c54 26.12.2012
weihnachtliche Familientreffen sind Hochrisikogebiete. Ich vermeide sie tunlichst.
5. Das kann man...
Airkraft 26.12.2012
ja noch heilfroh sein, dass halbautomatische Waffen in Deutschland nicht so stark verbreitet sind!
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