Vorfall bei Luzern: Mehrere Tote bei Schießerei in Schweizer Firma

Holzfirma Kronospan: Schüsse in der Frühstückspause Fotos
AP/ DPA

Ein Großaufgebot der Polizei hat das Gelände einer Holzfirma bei Luzern abgeriegelt: Drei Menschen sind dort bei einer Schießerei getötet worden, mindestens sechs wurden verletzt. Schweizer Medien sprechen von einem Amoklauf. Der Vorfall soll sich in der Frühstückspause ereignet haben.

Luzern - Bei einem mutmaßlichen Amoklauf in einem Schweizer Unternehmen sind am Vormittag mehrere Menschen erschossen worden. "Wir wissen aktuell, dass es drei Todesopfer gegeben hat und sechs Verletzte", sagte der Sprecher der Luzerner Polizei, Kurt Graf. Schweizer Medien sprechen unterdessen von sieben Verletzten und berufen sich dabei ebenfalls auf Polizeiangaben.

Klar ist indes, dass es sich bei einem der Toten um den mutmaßlichen Täter handelt - entsprechende Meldungen bestätigte der Polizeisprecher. Das Motiv sei allerdings noch unklar. Das Gebiet um den Tatort - ein Holzverarbeitungsbetrieb in Menznau, etwa 25 Kilometer westlich von Luzern - wurde inzwischen großräumig abgesperrt.

Viele Rettungskräfte seien im Einsatz. Die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA setzte drei Helikopter ein und flog vier Schwerverletzte in verschiedene Krankenhäuser, wie eine Sprecherin sagte.

Augenzeugen zufolge hätten Arbeiter der Firma Kronospan gerade eine Frühstückspause gemacht, als plötzlich geschossen wurde. Laut Polizei wurde die Bluttat in dem Gebäudeteil begangen, in dem die Kantine liegt. Die Behörde will um 14 Uhr über die genauen Umstände der Tat informieren. Für Angehörige richtete sie eine Hotline ein.

"Ich bin sehr erschrocken. Wir sind fassungslos, dass so etwas in unserer Gemeinde passiert ist", sagte der Menznauer Gemeindepräsident Adrian Duss dem Rundfunksender Radio 24. "Momentan fehlen uns aber noch genaue Details, was sich in der Firma zugetragen hat."

Kronospan ist laut der Präsidentin des Vereins für die lokalen Gewerbebetriebe der größte Arbeitgeber in der Region. "Dort unten arbeiten 400 Leute", sagte Therese Mayer dem "Tagesanzeiger". Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge in 27 Ländern vertreten, gegründet wurde es in Österreich.

"Wir sind alle in einem Schockzustand", sagte Urs Fluder, Mitglied der Konzernleitung von Kronospan, im örtlichen Radiosender Pilatus. "Wir machen alles Menschenmögliche, um die Angehörigen adäquat zu betreuen und finanziell zu unterstützen."

rls/dpa/AP

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