Anschlag auf Asylunterkunft in Meißen Anklage gegen zwei Tatverdächtige erhoben

Die Staatsanwaltschaft Dresden klagt zwei Männer wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung an. Die Verdächtigen sollen in Meißen einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt haben.

Geplante Asylbewerberunterkunft in Meißen (Archiv): Feuerwehreinsatz nach Brandanschlag
DPA

Geplante Asylbewerberunterkunft in Meißen (Archiv): Feuerwehreinsatz nach Brandanschlag


Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Meißen ist gegen zwei Männer Anklage erhoben worden. Den 38 und 41 Jahre alten Tatverdächtigen wird schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Motiv für die Taten sei Ausländerfeindlichkeit gewesen.

Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge Ende Juni gewaltsam in ein Meißner Wohnhaus eingedrungen sein, in das Flüchtlinge einziehen sollten. Mit Hilfe von Brandbeschleunigern sollen die Männer dort Feuer gelegt haben. Ein Wohnraum brannte völlig aus, das mehrstöckige Haus wurde vorerst unbewohnbar.

Die Tatverdächtigen hätten in Kauf genommen, dass das Feuer auch auf die angrenzenden Häuser übergreifen konnte, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Feuerwehr konnte das verhindern. Es entstand ein Sachschaden von rund 200.000 Euro.

Zweite Tat im August

Knapp zwei Monate nach dem Brandanschlag sollen die Männer Mitte August erneut in das Wohnhaus eingedrungen sein, um es endgültig unbewohnbar zu machen. In zwei Bädern und im Keller öffneten sie demnach Wasserhähne und versuchten, das Haus zu überschwemmen. Das misslang, weil die Wasserhähne verriegelt waren. Es entstand aber ein weiterer Sachschaden von 10.000 Euro.

In den Vernehmungen räumten die Tatverdächtigen die Vorwürfe ein. Sie befinden sich seit ihrer Festnahme Anfang Dezember in Untersuchungshaft.

Der Anschlag in Meißen im vergangenen Juni hatte bundesweit Empörung und Entsetzen ausgelöst. Schon zuvor hatte es in Sachsen massive Proteste gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Freital bei Dresden gegeben. In den vergangenen Monaten wurden bundesweit immer wieder Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. In vielen Fällen wurden die Täter nicht gefasst.

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Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 28. Januar 2016

wit/AFP

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