Festnahmen in Italien und Deutschland Schlag gegen internationalen Schleuserring

Für viel Geld soll eine organisierte Bande von Menschenhändlern
Pakistaner nach Italien und Deutschland gebracht haben. Jetzt ist der Schleuserring aufgeflogen.


Über die Balkanroute sollen mehrere Mitglieder einer kriminellen Bande aus Pakistan Landsleute nach Europa gebracht haben. Jetzt wurden zwei der Schleuser in Italien und Deutschland festgenommen.

Wie die italienische Polizei in Ancona mitteilte, müssen sich die Tatverdächtigen wegen Schleusung und erpresserischen Menschenraubs verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hof war an den Ermittlungen beteiligt. Im Vorfeld der Razzia habe es mehrere Treffen mit serbischen und italienischen Ermittlungsbehörden gegeben, die Zusammenarbeit sei vorbildlich gewesen, hieß es.

Im April vergangenen Jahres habe ein Mann aus Pakistan ausgesagt, dass er von Landsleuten in einer Wohnung in Belgrad gefangen gehalten und erst nach Zahlung von 6000 Euro freigelassen worden war - zusätzlich zu den 2000 Euro, die er für seine Flucht nach Deutschland bereits bezahlt hatte. Der Kopf der Bande in Italien wohne in Macerata südlich von Ancona, hieß es in der Mitteilung der Polizei weiter. Insgesamt gerieten in Italien und Deutschland jeweils drei Verdächtige ins Visier der Ermittler, zwei davon wurden verhaftet.

Mehrere Dutzend Menschen aus Pakistan soll die Bande nach Deutschland und nach Frankreich geschmuggelt haben, nachdem diese zwischen 3000 und 8500 Euro bezahlt hätten. Die Route ging mit Autos und Zügen von der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Österreich und Ungarn. Um Frankreich zu erreichen, seien sie über Italien gegangen. Über die Grenzen ging es teils kilometerlang zu Fuß. In einigen Fällen sollen die Verdächtigen auch Grenzbeamte bestochen haben.

dpa/AFP



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