Messerangriff auf Geburtstagsparty Dreijährige erliegt ihren schweren Verletzungen

Im US-Bundesstaat Idaho stach ein Mann auf einer Geburtstagsfeier mehrere Flüchtlinge mit einem Messer nieder. Jetzt ist ein kleines Mädchen gestorben.

Trauernde in Boise, Idaho
AP Photo/Rebecca Boone

Trauernde in Boise, Idaho


Am Samstag verletzte ein 30-Jähriger in einem Apartmentkomplex in Boise im US-Bundesstaat Idaho neun Menschen mit einem Messer. Unter den Opfern waren sechs Kinder. Eines davon ist jetzt gestorben.

Das dreijährige Mädchen sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit. Es handele sich um das Geburtstagskind, für das die Feier ausgerichtet wurde, die der Mann gestürmt hatte.

Die Dreijährige war mit ihrer Mutter aus Äthiopien in die USA geflüchtet, wie die Flüchtlingshilfsorganisation IRC auf Twitter mitteilte. Ihre Eltern durchlebten nun den schlimmsten Alptraum, den es für Eltern gebe, sagte IRC-Chef David Miliband. "Und dass sie nach Amerika geflüchtet sind, um dem Konflikt in Äthiopien zu entkommen, macht ihn doppelt so schlimm."

Mitarbeiter beschrieben das Opfer als aufgeweckt. "Sie war die Prinzessin ihrer Mutter, immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie liebte Rosa und Disney-Prinzessinnen." Der Vater des Mädchens lebt der Organisation zufolge in der Türkei.

Der Wohnkomplex wird als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Hier leben auch Migranten aus Syrien und dem Irak. Eine Polizeisprecherin sagte, es gebe derzeit keine Hinweise auf ein Hassverbrechen, man ziehe diese Möglichkeit aber bei den Ermittlungen in Betracht.

Der Tatverdächtige ist vorbestraft und saß in der Vergangenheit bereits im Gefängnis. Laut Polizei hielt er sich in der vergangenen Woche für mehrere Tage in dem Wohnkomplex auf.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger
Darin Oswald/Idaho Statesman via AP

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger

Mehrere Nachbarn seien wegen seines Verhaltens besorgt gewesen und hätten ihn aufgefordert, zu gehen, was er auch getan habe, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Am Samstag sei er jedoch zurückgekehrt und habe die Menschen angegriffen.

Die Nachricht vom Tod des Mädchens traf ein, als der 30-Jährige seine erste Anhörung vor Gericht hatte. Er muss sich wegen Mordes und weiterer Vergehen verantworten.

Richter Russell Comstock vom Gericht in Ada County erklärte, von dem Angeklagten gehe "eine extreme Gefahr für die Allgemeinheit" aus, weshalb er nicht auf Kaution entlassen werden dürfe.

ala/dpa



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