NRW Messerstecherei in Flüchtlingsunterkunft - ein Toter

In einer Asylbewerberunterkunft im nordrhein-westfälischen Espelkamp ist ein Streit zwischen einem Marokkaner und einem Libanesen eskaliert. Beide Männer zückten laut Zeugen Messer, einer von ihnen wurde tödlich verletzt.

Asylbewerberunterkunft Espelkamp: Ein Toter nach Streit
DPA

Asylbewerberunterkunft Espelkamp: Ein Toter nach Streit


Bei einer Messerstecherei in einer Asylbewerberunterkunft im nordrhein-westfälischen Espelkamp ist ein 31-jähriger Marokkaner ums Leben gekommen. Die Polizei nahm einen 32-jährigen Libanesen vorläufig fest. Laut Zeugenaussagen war es zwischen den beiden Männern am späten Samstagabend zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf die beiden Kontrahenten jeweils zu einem Messer gegriffen haben sollen. Eine Mordkommission ermittelt.

Auf der Ostseeinsel Usedom ist in der Nacht zum Sonntag eine geplante Flüchtlingsunterkunft ausgebrannt. Das teilte die Polizei mit. Bei dem Haus handelte es sich um ein Bürogebäude einer Metallbaufirma in Trassenheide, 15 Flüchtlinge sollten ab Mitte kommender Woche in den vier frisch hergerichteten Wohnungen in dem zweigeschossigen Haus leben.

Die Feuerwehr rückte mit 48 Mann an und löschte die Flammen. Das Gebäude sei nun nicht mehr bewohnbar, erklärte die Polizei. Die Ursache des Vorfalls ist noch unklar, ebenso die Höhe des Schadens. Vor Ort nahm die Kriminalpolizei Ermittlungen auf. In der jüngsten Vergangenheit hatte es in Deutschland immer wieder Brandanschläge auf geplante Flüchtlingsheime gegeben.

Die Bundesregierung hat die Länder offenbar zu einem besseren Schutz der Flüchtlingsunterkünfte aufgefordert. Grund seien Befürchtungen, dass Rechtsextremisten die Attentate in Paris als Begründung für Anschläge missbrauchen könnten, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" am Sonntag unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise. Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe darauf verwiesen, dass es bereits "ein erschreckendes Ausmaß von Anschlägen gegen Asylbewerber" gebe.

Als Reaktion auf die Anschläge hatte die Bundesregierung am Samstag beschlossen, die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland insgesamt deutlich zu verschärfen. Dazu gehören de Maizière zufolge eine stärkere Präsenz bewaffneter Polizisten an Bahnhöfen und Flughäfen sowie mehr Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze.

Die Gefährdungslage in Deutschland sei hoch und die Bundesrepublik stehe unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus, sagte de Maizière nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.

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Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016
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anr/dpa



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