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Methadon-Tod einer Elfjährigen Pflegeeltern hatten Heroin-Ersatz im Haus

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dapd

Abschiedsgruß an verstorbene Chantal: Pflegeeltern sind in Methadon-Programm

Die elfjährige Chantal aus Hamburg kam irgendwie an eine tödliche Dosis Methadon und starb an der Vergiftung. Nun hat die Polizei bei den Pflegeeltern Tabletten mit der Heroin-Ersatzdroge sichergestellt. Das zuständige Bezirksamt räumte Fehler ein.

Hamburg - Woher hatte Chantal Methadon? Diese Frage beschäftigt seit dem Tod der Elfjährigen am 16. Januar in Hamburg die Polizei. Nun wurde bekannt: Die Pflegeeltern waren im Besitz von Tabletten mit der Heroin-Ersatzdroge. In der Garage des Paares entdeckte die Staatsanwaltschaft 31 Methadon-Tabletten, am Arbeitsplatz des Pflegevaters eine weitere, wie Behördensprecher Wilhelm Möllers am Donnerstag sagte.

"Wir hatten bereits am 16. Januar die Wohnung der Eltern durchsucht. Das hat uns nicht gereicht, und wir sind gestern noch mal dorthin", sagte Möllers SPIEGEL ONLINE. Bei dem Einsatz im Stadtteil Wilhelmsburg seien Beweismittel gefunden und sichergestellt worden. Auch am Arbeitsplatz von Chantals Pflegevater seien Beweismittel sichergestellt worden.

Chantal lebte seit 2008 in der Pflegefamilie, am 16. Januar starb sienach einer Methadon-Vergiftung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Pflegeeltern, deren 27-jährige Tochter und Chantals leiblichen Vater.

Beide Pflegeeltern sind nach eigenen Angaben als Drogensüchtige in einem Methadon-Programm, wie Möllers berichtete: Pflegevater Wolfgang A. seit mehreren Jahren, Mutter Sylvia L. seit etwa zwei bis drei Jahren. Die Ermittler beschlagnahmten bei ihnen außerdem Medikamente und Plastikflaschen mit einer bisher unbekannten Flüssigkeit, die nun untersucht werden sollen. Mit Ergebnissen rechnet Möllers in ein bis zwei Wochen. "Welt Online" hatte zuerst über den Fund von Ersatzdrogen berichtet.

Jugendamt holt drei weitere Kinder aus der Familie

Der Leiter des zuständigen Bezirksamts Mitte, Markus Schreiber (SPD), räumte am Donnerstag Fehler ein. Die Auswahl der Pflegeeltern sei falsch gewesen, sagte Schreiber dem Radiosender NDR 90,3.

Bereits am Mittwoch hatte das Jugendamt drei weitere Kinder aus der Familie genommen - zwei leibliche Kinder des Paares und ein weiteres Pflegekind. "Sie wurden in Obhut genommen, um sie zu schützen - dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen oder Vorverurteilung", sagte ein Sprecher des Bezirksamts. Der Fall solle nun bis Anfang nächster Woche intern aufgearbeitet werden.

Die Pflegeeltern und die 27-Jährige mussten am Mittwoch außerdem Blut- und Haarproben abgeben. Die Ergebnisse der Drogentests werden in ein bis zwei Wochen erwartet, wie Möllers sagte. Bei der Staatsanwaltschaft seien weder der Pflegevater noch die Pflegemutter in den vergangenen Jahren wegen Drogendelikten in Erscheinung getreten, hieß es.

Erst vor drei Jahren war im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ein Kind gestorben, das unter Obhut des Jugendamtes stand. Im März 2009 war die die neun Monate alte Lara Mia von Rettungskräften tot in einer Wohnung gefunden worden. Das Baby wog nur 4,8 Kilo, die Obduktion ergab eine deutliche Unterernährung des Mädchens.

siu/dpa

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