Überfall in Mexiko 15 Polizisten in Hinterhalt getötet

Bei einem Überfall auf einen Polizeikonvoi im Westen Mexikos haben Unbekannte 15 Sicherheitskräfte erschossen. Ermittler vermuteten einen Racheakt des Drogenkartells "Jalisco Nueva Generacion" hinter der Tat.

Ausgebranntes Fahrzeug nahe Soyatan: Überfall auf Polizeikonvoi
DPA

Ausgebranntes Fahrzeug nahe Soyatan: Überfall auf Polizeikonvoi


Die mexikanischen Ermittler sprechen von einem "feigen Angriff": Bei einem brutalen Überfall sind in einem Hinterhalt 15 Polizisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Der Konvoi einer Eliteeinheit sei auf einer Straße von einer Gang angegriffen worden, teilten die Behörden im Bundesstaat Jalisco mit.

Die Angreifer warteten den Angaben zufolge in einem behelfsmäßigen Feldlager einen oder zwei Tage lang auf den Polizeikonvoi. Sie hätten eine Straße in der Nähe von Soyatan mit brennenden Fahrzeugen blockiert, rund 70 Kilometer östlich des Pazifik-Badeorts Puerto Vallarta. Anschließend hätten Bewaffnete von umliegenden Hügeln aus das Feuer auf die Wagenkolonne eröffnet. Das teilte der Sicherheitsbeauftragte von Jalisco, Francisco Alejandro Solorio Aréchiga, nach einem Treffen mit Polizei-, Militär- und Behördenvertretern mit.

Die Sicherheitskräfte waren den Angaben zufolge auf dem Weg in die zweitgrößte Stadt Mexikos, Guadalajara. "Sie starben bei einem feigen Angriff - das bedeutet, dass wir weiter auf der Hut sein müssen", sagte Solorio. Der Zustand der fünf verletzten Beamten sei stabil.

Sicherheitsbeauftragter Solorio (M.): "Reaktion des organisierten Verbrechens"
DPA/GOVERNMENT OF JALISCO

Sicherheitsbeauftragter Solorio (M.): "Reaktion des organisierten Verbrechens"

Das Drogenkartell "Jalisco Nueva Generacion" wird verdächtigt, die Tat begangen zu haben. Die Behörden vermuten, dass es sich um einen Racheakt handelte. Die Attacke sei eine "Reaktion des organisierten Verbrechens" gewesen, sagte Solorio.

Sicherheitsexperte Raúl Benítez Manaut von der Universidad Nacional Autónoma de Mexico sagte, die Mitglieder des Kartells seien "sehr gut bewaffnet und sehr diszipliniert". Wahrscheinlich würden sie von Ex-Militärs aufgestellt.

Das seit 2010 aktive Drogenkartell liefert sich seit Wochen gewaltsame Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Am 19. März wurde ein Polizeikonvoi in Ocotlan beschossen. Elf Menschen starben - fünf Beamte, drei mutmaßliche Angreifer und drei Passanten. Vier Tage später wurden bei einem Einsatz in der Stadt Zacoalco de Torres drei mutmaßliche Mitglieder des Drogenkartells getötet. Eine Woche später gab es einen versuchten Anschlag auf Solorio. Der Sicherheitsbeauftragte überstand die Attacke unverletzt.

Den mutmaßlichen Chef des Kartells, Nemesio Oseguera Cervantes, alias El Mencho, bekamen die Sicherheitskräfte bislang nicht zu fassen. Sein Sohn Ruben Oseguera González, alias El Menchito, wurde im Januar 2014 festgenommen.

Interaktive Grafik
Sie kämpfen um die Macht und das Geld - mit brutalsten Mitteln: In Mexiko haben Drogenkartelle dem Staat und ihren Rivalen den Krieg erklärt. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Syndikate welche Regionen kontrollieren, und erklärt, wer die Hintermänner sind.

wit/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.