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Mexiko: 25 Polizisten wegen Verbindungen zu Kartellen festgenommen

Der Drogenkrieg in Mexiko zieht immer weitere Kreise: Mehr als zwei Dutzend Polizisten sind festgenommen worden, weil sie mit der Mafia kooperiert haben sollen. Gleichzeitig verstärkt die Regierung die Sicherheitskräfte im Kampf gegen das Kartell "La Familia".

Tijuana - Im nördlichen Bundesstaat Nuevo Leon wurden 20 Beamte gefasst, die ihre Hand schützend über das mächtige Drogenkartell "Beltran Leyva" gehalten haben sollen, wie die Behörden mitteilten. Im an die USA grenzenden Bundesstaat Baja California wurden laut Angaben aus Armeekreisen weitere fünf Polizisten festgenommen, darunter ein Leibwächter des dortigen Gouverneurs.

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REUTERS

Bundespolizei in Michoacán: Das Gesetz respektieren

Einem Polizisten im Ruhestand werfen die Behörden vor, aktuelle oder ehemalige Armeeangehörige als Leibgarden und Handlanger der Drogenmafia ausgebildet und dem Kartell "Beltran Leyva" Armeewaffen verkauft zu haben.

Indes hat der Staat auf eine Serie von Anschlägen auf Polizisten im Bundesstaat Michoacán reagiert und die Sicherheitskräfte verstärkt. In der Heimat von Präsident Felipe Calderón gehen nun 5500 zusätzliche Polizisten und Soldaten gegen das Geschäft mit Marihuana vor. Mit gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern werden sie in den nächsten Tagen Jagd auf Mitglieder des Drogenkartells "La Familia" machen.

Damit solle den Mitgliedern der Drogenkartelle gezeigt werden, dass auch sie das Gesetz zu respektieren hätten, sagte Innenminister Fernando Gomez Mont. Die Regierung hatte bereits zuvor betont, nicht mit kriminellen Vereinigungen zu verhandeln. Eine offenbar neue Führungsfigur von "La Familia" hatte dem mexikanischen Präsidenten einen "nationalen Pakt" angeboten, um weiteres "Töten und unnötige Tragödien" zu vermeiden.

Während des seit 2006 tobenden Drogenkriegs sind in ganz Mexiko etwa 12.800 Menschen getötet worden, allein seit Beginn dieses Jahres starben mehr als 2500.

Erst am Wochenende waren zur Vergeltung für die Festnahme eines führenden Bandenmitglieds zwölf Bundespolizisten ermordet worden. Ihre entkleideten und blutverschmierten Leichen wurden an einer Autobahn abgelegt.

"La Familia" ist in Michoacán so mächtig geworden, dass sie Teile der Polizei und auch mehrere Bürgermeister kontrolliert. Unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit dem Kartell nahmen Soldaten im Mai zehn Bürgermeister und eine Reihe Polizeiführer fest. Im Juni wurde die Polizei in drei Städten entwaffnet.

siu/AFP/Reuters

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