Drogenkrieg in Mexiko Fahnder fassen Chef des Juárez-Kartells

Erst im Oktober hatten mexikanische Ermittler den legendären Chef des Juárez-Kartells geschnappt, nun haben sie auch seinen Nachfolger gefasst: Drogenboss Jesús Salas Aguayo wurde auf seiner Ranch im Norden Chihuahuas festgenommen.

Festnahme in Villa Ahumada: Drogenfahnder fassen Jesús Salas Aguayo
REUTERS

Festnahme in Villa Ahumada: Drogenfahnder fassen Jesús Salas Aguayo


Mexikanische Drogenfahnder haben den Chef des Juárez-Kartells im nördlichen Bundesstaat Chihuahua gefasst. Wie die Nationale Sicherheitskommission mitteilte, wurde Jesús Salas Aguayo nach einer Schießerei auf seiner Ranch in der nördlichen Ortschaft Villa Ahumada festgenommen. Einer seiner Leibwächter wurde demnach ebenfalls abgeführt, ein anderer Begleiter kam ums Leben.

Mit Aguayos Festnahme dürfte das einst größte Verbrechersyndikat Lateinamerikas weiter geschwächt werden. Erst im Oktober 2014 hatten die Fahnder Vicente Carrillo Fuentes festgenommen - den legendären Anführer und Gründungsmitglied des Juárez-Kartells.

Aguayo gilt als Nachfolger von Carrillo Fuentes. Gegen den 38-Jährigen wird nach Angaben der Zeitung "El Universal" unter anderem wegen eines Bombenanschlags im Juli 2010 ermittelt. Vier Menschen waren damals in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA gestorben. Die Stadt ist von dem seit Jahren tobenden Drogenkrieg in Mexiko hart betroffen.

Bereits einen Tag zuvor hatten die mexikanischen Behörden einen weiteren Erfolg im Kampf gegen die Drogenmafia vermeldet. In der nördlichen Grenzstadt Reynosa war den Ermittlern José Tiburcio Hernández Fuentes, ein örtlicher Anführer des Golf-Kartells, ins Netz gegangen.

Nach dessen Festnahme war es zu schweren Kämpfen in der Stadt gekommen, Dutzende Bandenmitglieder versuchten, Hernández zu befreien. Drei Menschen wurden getötet. Erst nach Stunden beruhigte sich die Lage.

Mitte bis Ende der Neunzigerjahre galt das Juárez-Kartell der Gebrüder Carrillo Fuentes als das größte Lateinamerikas. Über Jahre hinweg lieferte sich das Syndikat jedoch blutige Kämpfe mit dem rivalisierenden Sinaloa-Kartell um die Vorherrschaft in Ciudad Juárez, der Millionenstadt gegenüber von El Paso. Geschwächt durch die jahrelange Auseinandersetzung ist das Juárez-Kartell nur noch eine regionale Macht in Chihuahua.

gam/dpa/AFP



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Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
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