Mexiko Drogenkrieg fordert erneut mehr als 20 Tote

Der blutige Machtkampf mexikanischer Drogenbanden geht weiter: Im Norden des Landes sind nun 21 Menschen getötet worden. Polizei und Militär sind weitestgehend machtlos.


Ciudad Juarez - Bewaffnete hatten am Dienstag in Villa Ahumada nahe der Grenze zu den USA neun mutmaßliche Mitglieder einer anderen Gang verschleppt. Sechs von ihnen wurden außerhalb der Stadt ermordet, die drei anderen von Soldaten befreit. Bei einer anschließenden Schießerei mit Sicherheitskräften starben 14 mutmaßliche Bandenmitglieder und ein Soldat.

Die Polizei suchte am Mittwoch nach weiteren Entführern. Sie entdeckte dabei fünf von Kugeln durchsiebte Autos, deren Sitze blutverschmiert waren.

Villa Ahumada, eine Ortschaft mit 1500 Einwohnern im mexikanischen Staat Chihuahua, ist seit dem vergangenen Jahr faktisch in der Hand von Drogenbaronen. Zwei Polizeichefs und zwei Beamte wurden ermordet, die restlichen Mitglieder der 20-köpfigen Polizeieinheit quittierten aus Angst den Dienst. Bürgermeister Fidel Chávez flüchtete. Monatelang bemühten sich die Streitkräfte um Sicherheit, bis neue Polizisten rekrutiert werden konnten.

Die Grenzregion zwischen Mexiko und den USA ist ein Zentrum des organisierten Verbrechens. Als Hauptmotiv der Kriminalität gilt der Rauschgifthandel. Nach Angaben von Präsident Felipe Calderón fielen der Drogenkriminalität bereits mehr als 6000 Menschen zum Opfer.

Im Staat Coahuila drangen unterdessen bewaffnete Männer in ein Gefängnis ein, erschlugen drei Häftlinge und zündeten sie an. Neun Gefangene seien von den Tätern befreit worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Anschließend seien die acht Angreifer geflüchtet.

Die getöteten Häftlinge waren den Angaben zufolge wegen Mordes und Entführung inhaftiert und nur weniger als zwei Stunden vor dem Überfall am Montag in das Gefängnis in Torreon verlegt worden.

jdl/AP

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