Angriff auf Polizeikonvoi Dutzende Tote bei Schießerei in Mexiko

Bei Kämpfen zwischen Polizei und mutmaßlichen Bandenmitgliedern sterben mindestens 39 Menschen. Offenbar war ein Polizeikonvoi in einen Hinterhalt geraten. Die Region ist seit Jahren vom Drogenkrieg betroffen.

AFP

Bei einer Schießerei zwischen der Polizei und mutmaßlichen Bandenmitgliedern sind im Westen Mexikos mindestens 39 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien viele Zivilisten und zwei Bundespolizisten, sagte ein Regierungsvertreter. Zu den Kämpfen sei es am Freitag gekommen, als ein Polizeikonvoi auf einer Landstraße im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Michoacán und Jalisco aus dem Hinterhalt angegriffen worden sei, erklärte ein Behördensprecher. Das Motiv des Angriffs war zunächst unklar.

In der Region herrscht seit Jahren ein Drogenkrieg zwischen mächtigen Banden. Im angrenzenden Bundesstaat Jalisco kämpft das Drogenkartell "Neue Generation" gegen die Polizei. Erst in der vergangenen Woche war zudem in der benachbarten Stadt Yurécuaro ein Kandidat für das Bürgermeisteramt während einer Wahlkampfveranstaltung erschossen worden.

Der Mann war früher führendes Mitglied einer der Bürgerwehren gewesen, die Landwirte in Michoacán im Jahr 2013 gegründet hatten, um das Drogenkartell der "Tempelritter" zu vertreiben. Dieses gilt nach der Festnahme zweier Anführer als geschwächt. In Mexiko wird am 7. Juni gewählt.

brk/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Dieter62 23.05.2015
1. In Mexiko
scheint die Zeit des nach französischem, oder spanischem Vorbild aufgebauten Nationalstaates, welcher aus einem übermächtigen Zentrum aus regiert wird( Paris, Madrid, auch Rom) endgültig vorbei zu sein. Die Zentralregierung hat schlicht weder die Mittel noch den Willen, ihr Gewaltmonopol durchzusetzen. Das gelingt gerade noch im Hochtal von Mexiko Stadt, da wo die Azteken vor 500 Jahren geherrscht haben. Im Rest des Landes beginnt man immer mehr, eine eigene Suppe zu kochen, die Zentralregierung wird höchstens noch als lästiger Störenfried wahrgenommen, dessen Eliten sich lediglich als Abzocker hervortun.Wenn man in Mexiko den Regionen weitgehende Selbstverwaltung und vor allem die Steuerhoheit zugestehen würde, wäre diesen wegen dem Machtvakuum immer stärker werdenen Milizen bald die Grundlagen entzogen. Vielerorts in der mexikanischen Provinz bezahlt man statt Steuern schon lange an irgendwelche bewaffnete Gruppen. Ist ja auch egal. Positives kommt aus Mexiko City schon lange nicht mehr, das staatliche Gesundheitssystem soll privatisiert werden und das öffentliche Schulsystem ist das schlechteste im gesamten PISA Raum. Beides kenne ich aus eigener Anschauung, ich hatte 3 Töchter in den öffentlichen Schulen, bis mir auffiel, dass sie trotz bester Noten nichts gelernt haben. Das einzig Positive am IMSS ist, dass es als Konkurrenz die Preise der Privatkliniken relativ tief hält. Mexiko in der heutigen Verfassung ist ein gescheiterter Staat. Man sollte einen Reset machen wie die Franzosen, die sind ja auch schon in der fünften Republik. Man muss ja in Mexiko nicht gleich wieder 10 Jahre Revolution machen, nur weil man ein paar hundert Superreiche ein bisschen zur Kasse bittet.
nofreemen 23.05.2015
2. dummer Komentar
Der Angriff auf die Polizei sei noch unklar. Aus purer Liebe wurde die Polizei sicher nicht angegriffen.
rudy532 23.05.2015
3.
Es ist schlimm genug,dass ein ganzes Land durch Drogenkriminalität langsam zerstört wird.Schlimmer noch,der Drogenmarkt in Mexico ist zu klein,um den Kokainbaronen solch astronomische Profite zu bescheren.Der Stoff geht in die reichen USA.
Kater Bolle 23.05.2015
4. Mexico, was ist daraus geworden?
Korrupte Eliten und Mafia. Das scheinen die tragenden Säulen Mexikos zu sein. Ein Land mit viel, viel Elend. Ach ja die haben ja ein Freihandelsabkommen mit ihrem nördl. Nachbarn.
herjemine 23.05.2015
5. Föderalisieren
...aber mit ausländischer Hilfe. Was natürlich nicht geht, weil, hach: der Nationalstolz! Das blosse Aufspalten (Kommentar Nr.1) schüfe eher Staaten wie Deutschland vor 600 Jahren: wenn dem örtlichem Potentaten deine Tochter gefällt, nimmt er sie halt mit. Wenn Du widersprichst, wirst Du halt ein wenig zu tode gefoltert. So wie es leider schon jetzt in den meisten Bundesstaaten Mexicos ist. Erinnere mich gerade an einen anderen Kommentar vor einigen Tagen hier im Spiegel zur Anerkennung von Flüchtlingen, wo einer schrieb: "Wie können Menschen aus Ländern fliehen, wo Deutsche Ferien machen?". Ich kann jeden verstehen, der aus México fliehen möchte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.