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Mexikanischer Drogenboss: "El Chapo" gefällt es nicht im Knast

Der mexikanische Drogenboss "El Chapo" beschwert sich in einem Brief an die Justiz über Folter im Gefängnis. Und auch seine Frau springt ihm bei - mit einem Rührstück im TV.

Mexikanischer Drogenboss: Wenig Schlaf, hoher Blutdruck Fotos
AFP/ Official Sources

Der Alltag hinter Gittern macht "El Chapo" schwer zu schaffen. Seit Januar sitzt Mexikos berüchtigter Drogenboss wieder im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano, aus dem er im Juli 2015 durch einen Tunnel ausgebrochen war. Damit er nicht erneut flieht, behalten die Wachen ihn ganz besonders im Auge. Und das behagt dem Promi-Insassen, der eigentlich Joaquin Guzmán heißt, gar nicht.

In einem Brief an die Justiz beklagte er sich über Folter. Er leide unter Schlafentzug, werde alle vier Stunde geweckt, weshalb sein Blutdruck steige. Und Tageslicht sehe er fast nie, heißt es in dem Schreiben, aus dem der mexikanische Sender Radio Fórmula zitierte. Bereits in der Vergangenheit hatten seine Anwälte ähnliche Vorwürfe erhoben.

Intelligent und humorvoll

Offenbar um dem Brief mehr Schlagkraft zu verleihen, äußerte sich auch Guzmáns Frau Emma Coronel Aispuro erstmals nach der Verhaftung in der Öffentlichkeit. Die frühere Schönheitskönigin sagte in einem Interview mit dem US-Sender Telemundo, sie sorge sich um den Gesundheitszustand ihres Mannes.

Er werde im Gefängnis misshandelt. "Sie lassen ihn nicht schlafen, er hat keine Privatsphäre, um auf Toilette zu gehen, sie verwehren ihm sogar den Hofgang." Coronel wurde kürzlich ein Besuch Guzmáns verwehrt, weil die Behörden die Eheschließung der beiden nicht anerkennen.

Dass ihr Mann ein Verbrecher ist, bestreitet Coronel. Er sei ein aufmerksamer Ehemann, intelligent und humorvoll. "Ich weiß nichts davon, dass er mit Drogen handelte." Sie bestritt auch Angaben, wonach "El Chapo" zu den reichsten Männern der Welt zählt. Sie wisse nicht, wo die angeblichen Milliarden seien, die ihr Mann besitzen solle.

"El Chapo" wartet auf die Auslieferung in die USA.

sms/dpa/AFP

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