Inhaftierter Drogenboss "El Chapo" braucht ein Tier

In Mexiko sitzt Drogenboss "El Chapo" seit wenigen Wochen in Haft. Damit er dort nicht zu Schaden kommt, haben die Behörden nun einen Hund engagiert - als Vorkoster.

REUTERS

Seit Wochen beschäftigt "El Chapo" Mexiko. Der Drogenboss brach im Juli aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano aus - er flüchtete durch einen selbst gebauten Tunnel. Ebenso spektakulär war seine erneute Festnahme: Anfang Januar stürmten Soldaten sein Versteck und töteten dabei fünf Helfer.

Seither sitzt der Mann, der eigentlich Joaquin Guzmán heißt, erneut in Altiplano. Und dort wachen die Justizangestellten nicht nur darüber, dass er nicht noch einmal ausbüxt. Sondern sie sorgen sich offenbar auch darum, dass "El Chapo" unversehrt bleibt und Freude am Leben hat.

Der Leiter des Justizvollzugs, Eduardo Guerrero, erzählte dem Sender Radio Formula, man lasse das Essen für Guzmán von einem Hund vorkosten. So solle verhindert werden, dass der prominente Insasse in Altiplano vergiftet werde.

Ein Drogenboss leidet

Bereits zehnmal musste der Kriminelle die Zelle wechseln. Außerdem wurden zusätzliche Überwachungskameras installiert, sodass es in dem Gefängnis keine toten Winkel mehr gibt. Zwei Elite-Sicherheitskräfte überwachen den Gefangenen rund um die Uhr.

"El Chapo" ist offenbar psychisch angeschlagen. Nach seiner Einlieferung sei er deprimiert und müde gewesen, sagte Guerrero. Man habe dem Gefangenen eine Ausgabe des Klassikers "Don Quijote" von Miguel de Cervantes gebracht. Der Roman sei ein "ausgezeichnetes Buch". In dem Roman geht es um den Mann, der gegen die berühmten Windmühlen kämpft.

Die Anwälte des Drogenbosses kritisierten die Haftbedingungen. Guzmán werde in Isolationshaft gehalten und misshandelt. Behördenvertreter wiesen die Vorwürfe zurück.

Bei seinem vorherigen Gefängnisaufenthalt hatte Guzmán viel Besuch erhalten, darunter von einer Frau mit gefälschtem Ausweis. Einer seiner Anwälte soll ihm bei der Planung seiner Flucht geholfen haben.

sms/AFP

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