Mexiko: Kartell-Killer töten acht Menschen in Nachtclub

Die Gewalt nimmt kein Ende: Ein halbes Dutzend vermutlich zum Golf-Drogenkartell gehörende Auftragskiller haben im mexikanischen Monterrey acht Menschen getötet. Die Täter konnten unerkannt fliehen.

Nachtclub in Monterrey: Wahllos auf Besucher und Angestellte geschossen Zur Großansicht
REUTERS

Nachtclub in Monterrey: Wahllos auf Besucher und Angestellte geschossen

Monterrey - Monterrey, Hauptstadt des Bundesstaats Nuevo Léon, galt einmal als eine der sichersten Städte Mexikos. Diese Zeiten sind vorbei.

In den vergangenen Monaten wurde die 1,2-Millionen-Metropole nahe der Grenze zu den Vereinigten Staaten wiederholt zum Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen den paramilitärischen Los Zetas und dem mächtigen Golf-Drogenkartell. Vor einem Jahr legten Gang-Mitglieder in einem gut besuchten Nachtclub Feuer - 50 Menschen starben innerhalb von Minuten. Im Mai fand man 49 enthauptete Leichen am Straßenrand nahe der Stadt.

Am Montag kam es zu einem weiteren Übergriff: Gegen 23 Uhr sprangen vor dem "Matehuala Men's Club" mindestens sechs Bewaffnete aus vier Autos und eröffneten das Feuer auf Angestellte und Besucher des Nachtclubs. Vier Menschen starben noch vor Ort, vier weitere erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Ein neunter Mann wurde am Dienstag tot aufgefunden - er war offenbar bei dem Versuch, zu fliehen, von einem Dach gestürzt.

Der Zeitung "Milenio" zufolge gehörten die Angreifer dem Golf-Kartell an. Sie flohen nach dem Massaker unerkannt. Die Behörden äußerten sich nicht direkt zu einem möglichen Motiv. Sprecher Jorge Domene sagte, in Monterrey tobe ein Bandenkrieg zwischen der Zeta-Bande und dem Golf-Drogenkartell. Die jüngste Welle der Gewalt sei eine Folge der andauernden Auseinandersetzung.

Informationen über die Dynamiken unter den einzelnen kriminellen Gruppierungen im Land sind in der Presse immer seltener Thema - weil Journalisten von den Kartellen unter Druck gesetzt, entführt oder mit dem Tode bedroht werden. Erst vor kurzem hatte ein Zeitung angekündigt, nicht mehr über die Verbrechen der Drogenmafia berichten zu wollen, um ihre Mitarbeiter zu schützen.

ala/dapd

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