Blutiger Bandenkrieg: Mindestens 14 Tote bei Schießerei in Mexiko

Die Welle der Gewalt in Mexiko hält weiter an, Drogenkartelle und kleine Banden kämpfen um Macht. Nun sind im Bundesstaat Chihuahua mindestens 14 Gang-Mitglieder bei einer Schießerei getötet worden.


Im Norden Mexikos sind bei einer Schießerei zwischen Mitgliedern rivalisierender Banden mindestens 14 Menschen getötet worden. Weitere zwölf Personen seien zudem zum Teil schwer verletzt worden. Das Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Las Varas im Bundesstaat Chihuahua. Zuvor hatte der Sprecher der örtlichen Staatsanwaltschaft, Félix González, im Fernsehsender Milenio TV die Zahl der Toten auf 26 beziffert.

Als die Polizei am Tatort eintraf, eröffneten die Verdächtigen das Feuer auf die Beamten, wie Sicherheitschef Óscar Alberto Aparicio Avendaño sagte. Die Polizisten beschlagnahmten Autos, Schusswaffen, Handgranaten und Granatwerfer. Ein Black-Hawk-Hubschrauber der Bundespolizei kreiste über dem Tatort, mehrere Patrouillen suchten nach weiteren Verdächtigen. Die Polizisten vor Ort hätten zunächst auch die zwölf Verletzten für tot gehalten. Später sei festgestellt worden, dass sie noch am Leben waren. Die Verletzten wurden festgenommen und in Krankenhäuser gebracht.

Erste Ermittlungen zufolge hätten Angehörige des Verbrechersyndikats "La Línea", dem bewaffneten Arm des Drogenkartells von Juárez, und Mitglieder einer Bande aus dem Bundesstaat Sinaloa aufeinander geschossen. Chihuahua an der Grenze zu den USA liegt an einer wichtigen Schmuggelroute Richtung Norden und ist immer wieder Schauplatz blutiger Revierkämpfe.

"Diese Verbrecher haben vor knapp einer Woche feige zwei unserer Beamten getötet", sagte Aparicio Avendaño. Die Behörden gehen zudem davon aus, dass der Vorfall vom Mittwoch mit der Entdeckung von acht Leichen in der Region am Vortag im Zusammenhang steht.

Zuletzt hatte die Gewalt in Mexiko deutlich zugenommen. Im Mai wurden in dem lateinamerikanischen Land 2186 Menschen getötet. Das war der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebung vor 20 Jahren. In einigen Verbrechersyndikaten toben blutige Machtkämpfe. Zudem mischen immer mehr kleine Banden bei Drogenschmuggel, Schutzgelderpressung, Menschenhandel und Benzindiebstahl mit.

Erst am Wochenende waren bei Gefechten zwischen Kriminellen und Sicherheitskräften in Sinaloa 19 Menschen getötet worden. Die Region ist die Hochburg des Sinaloa-Kartells. Seit der Auslieferung des Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán an die USA kämpfen mehrere Fraktionen um die Kontrolle des Verbrechersyndikats.

max/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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napoleonwilson 06.07.2017
1. Mexiko...
Ein Alptraum, dieses Land. In Juarez verschwinden jedes Jahr hunderte junge Mädchen und niemand erhebt die Stimme. Mordende Kartelle. Korruption bis in höchste Ämter. Brutalste Ausbeutung von Wanderarbeitern usw usw. Die Idee mit dem Mauerbau kommt nicht von irgendwoher.
jj2005 06.07.2017
2. Ein blühendes Land
Vor 25 Jahren, als ich Mexiko besucht habe. Dann haben die USA beschlossen, Krieg gegen die Drogen zu eröffnen, und zwar auf dem Boden Mexikos. Nichts aus der Prohibition gelernt, und das arme mexikanische Volk muss diese abgrundtief dumme "Strategie" ausbaden.
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