Norden von Mexiko: Mindestens 22 Menschen sterben bei Gefängnisrevolte
Im Norden Mexikos sind bei einem Fluchtversuch von Gefängnisinsassen 13 Häftlinge und neun Wärter ums Leben gekommen. Die Kriminellen hatten das Feuer eröffnet. Derweil erklärte der Generalstaatsanwalt, dass während der letzten sechs Jahre bis zu 80 neue Drogenkartelle gegründet worden sind.
Mexiko-Stadt - Bei einer schweren Revolte in einem mexikanischen Gefängnis sind am Dienstagabend mindestens 22 Menschen getötet worden. Wie die örtlichen Sicherheitsbehörden mitteilten, wollte eine Gruppe von Gefängnisinsassen aus der Haftanstalt in Gómez Palacio im Norden des Landes fliehen. Einige Gefangene schossen zunächst auf die Wärter sowie auf Gebäude der Anstalt, woraufhin andere Insassen versuchten, durch Tunnel und über Zäune aus dem Gefängnis auszubrechen. Sie wurden jedoch an ihrer Flucht gehindert.
Bei den Zusammenstößen starben 13 Insassen und neun Gefängniswärter. Die Lage konnte wieder unter Kontrolle gebracht werden, wie die Behörden mitteilten. Massenmeutereien und spektakuläre Gefängnisausbrüche sind ein zunehmendes Problem in Mexiko. Erst im September waren mehr als 130 Insassen* aus einem Gefängnis in Piedras Negras nahe der Grenze zu den USA ausgebrochen.
Ebenfalls am Dienstag gab die Regierung eine Einschätzung zum Drogenkrieg: Demnach sind in den vergangenen sechs Jahren 70.000 Menschen umgekommen. Im gleichen Zeitraum seien 60 bis 80 neue Kartelle gegründet worden, erklärte der Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Dienstag dem Sender MVS Radio.
Murillo Karam, der Anfang Dezember vom neuen mexikanischen Staatschef Enrique Peña Nieto ernannt wurde, kritisierte die alte Regierung und ihre "unorganisierte Bekämpfung des organisierten Verbrechens".
Die Regierung Peña Nietos* hatte am Montag eine neue Sicherheitspolitik angekündigt. Mexiko soll zur Bekämpfung der Drogenkartelle in fünf Regionen aufgeteilt werden. Eine neue Streitkraft mit 10.000 Mitgliedern soll hierzu gebildet werden. Ein Schwerpunkt soll auf Vorbeugung gesetzt werden.
bim/AFP/dpa
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