Mexiko-Stadt - Die mexikanische Polizei hat am Donnerstag 107 Personen befreit, die wie Sklaven in einem Haus gefangen gehalten und zur Arbeit gezwungen worden waren.
Wie der Staatsanwalt der Hauptstadt, Miguel Angel Mancera, mitteilte, wurden bei der Aktion 23 Verdächtige festgenommen. Um die Behörden zu täuschen, sei das Haus im Süden der Stadt als Heim für Alkohol- und Drogenkranke unter dem Namen "Die Auserwählten Gottes" geführt worden. Seit acht Jahren seien dort die unterschiedlichsten Artikel für Unternehmen produziert worden, unter anderem Einkaufstaschen und Kleiderschnallen. Die Arbeiter seien meist Indios gewesen. Sie seien von der Straße entführt worden, sagte Mancera.
Sie schufteten 16 Stunden täglich mit nur 30 Minuten Pause. Einige hatten gebrochene Knochen, viele litten unter Austrocknung und Unterernährung. Zu Essen gab man ihnen Hühnerfüße und verfaultes Gemüse. Einem der Ausgebeuteten gelang die Flucht, er konnte die Polizei alarmieren. Die Befreiten hätten berichtet, dass zwischenzeitlich noch weitaus mehr Menschen in dem Haus zu Arbeit gezwungen worden seien.
Das Drogenrehabilitationszentrum gibt es seit mindestens acht Jahren. Ob auch schon die Geheimfabrik so lange existiert, war zunächst unbekannt.
pad/dpa/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
| alles zum Thema Menschenhandel | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH