Mexiko: Polizisten finden Leichen dreier Fotoreporter

Ihre Körper wiesen Folterspuren auf: In Mexiko sind drei tote Journalisten gefunden worden. Auch die Freundin eines Opfers wurde umgebracht. Die Reporter hatten über Drogenkriminalität berichtet - offenbar sind organisierte Banden für die Taten verantwortlich.

Mexiko-Stadt - Die mexikanische Polizei hat am Donnerstag im Bundesstaat Veracruz die zerstückelten Leichen dreier Fotoreporter gefunden. Sie befanden sich in Plastiksäcken und wurden in einem Abwasserkanal in Boca del Río nahe der Hafenstadt Veracruz am Golf von Mexiko entdeckt. Bei den Leichen befanden sich auch die sterblichen Überreste einer Frau, die nach bisherigen Erkenntnissen die Freundin eines der Männer war. Das teilte die Polizei mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Gruppen der organisierten Kriminalität für die Taten verantwortlich sind. Die Getöteten zählten zu den wenigen Journalisten im Bundesstaat Veracruz, die noch über Drogenkriminalität berichteten. Die Körper wiesen den Angaben zufolge Folterspuren auf.

Medienorganisationen erklärten, die Fotografen seien vorübergehend aus Veracruz geflüchtet, nachdem sie im vergangenen Jahr Drohungen erhalten hatten. In der Region kämpfen zwei Drogenkartelle um die Vorherrschaft. Eines der Opfer hatte bereits im vergangenen Jahr seine Zeitung "Notiver" verlassen müssen, nachdem seine damalige Freundin, eine Reporterin, getötet worden war.

Am vergangenen Samstag war in Jalapa, der Hauptstadt von Veracruz, eine Reporterin der Zeitschrift "Proceso" tot aufgefunden worden. Sie hatte in ihren Artikeln vor allem auf die Verstrickung der Behörden in die organisierte Kriminalität hingewiesen.

Mexiko ist nach Uno-Angaben das für Journalisten gefährlichste Land Amerikas. Es gilt als besonders riskant, auf die Machenschaften korrupter Politiker und deren Verstrickung in die Kriminalität aufmerksam zu machen.

Seit dem Jahr 2000 wurden in dem Land nach Angaben der Nationalen Menschenrechtskommission mindestens 77 Reporter ermordet, elf davon im vergangenen Jahr. Besonders häufig werden Journalisten in Bundesstaaten getötet, in denen die Drogenkartelle verstärkt aktiv sind. Dazu gehören neben Veracruz auch Michoacán, Tamaulipas und Durango.

ulz/dpa/AFP/dapd

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