Studenten ermordet - Massenprotest in Mexiko "Wir haben es satt, in Angst zu leben"

Sie wurden verschleppt, getötet und in Säure aufgelöst: Die Ermordung mehrerer Filmstudenten sorgt in Mexiko für große Empörung. An der Tat beteiligt war auch ein bekannter YouTube-Star.

Proteste in Guadalajara
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Proteste in Guadalajara


Rund 12.000 Menschen haben im mexikanischen Guadalajara für Gerechtigkeit im Fall dreier brutal getöteter Studenten demonstriert. "Der absurde Krieg gegen Drogen nimmt uns unsere Kommilitonen und wir werden das nicht länger zulassen", sagte der Studentenführer Jesús Medina von der Universität Guadalajara bei der Kundgebung.

Die drei Filmstudenten im Alter von 20 bis 25 Jahren waren vor einem Monat verschwunden. Am Montag hatten die Behörden bestätigt, dass sie nach Dreharbeiten für einen Kurzfilm von Mitgliedern des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación verschleppt, gefoltert und getötet worden waren. Vermutlich hielten die Verbrecher sie für Mitglieder einer rivalisierenden Bande

Aufsehenerregend ist der Fall unter anderem, weil ein mexikanischer YouTube-Star und Rapper involviert ist: Christian Omar Palma Gutiérrez - bekannt als QBA - gestand, die Leichen für einen wöchentlichen Lohn von umgerechnet 130 Euro für das Drogenkartell in Säure aufgelöst zu haben.

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Der Drogenkrieg in Mexiko führt immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Mit mehr als 29.000 Tötungsdelikten war das vergangene Jahr das schlimmste in der jüngeren Geschichte des Landes. Rund 30.000 Menschen gelten zudem als verschwunden.

Offiziellen Zahlen zufolge wurden seit Beginn der Militäroffensive gegen das organisierte Verbrechen vor zwölf Jahren mehr als 200.000 Menschen ermordet; mehr als 90 Prozent der Verbrechen im Land bleiben unbestraft. Weltweites Aufsehen erregte der Fall von 43 Studenten, die im September 2014 verschwanden.

Die Empörung in Mexiko ist nun erneut groß. "Es sind nicht nur drei, es sind wir alle", skandierten die Demonstranten in Guadalajara. Viele trugen großformatige Fotos der drei Opfer bei sich. "Wer soll die Zukunft gestalten, wenn meine Schüler getötet werden", hieß es auf einem Schild, das eine Professorin bei sich trug. Auf einem anderen war zu lesen: "Wir haben es satt, in Angst zu leben."

mxw/AFP/dpa

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