MH17 Das sind die internationalen Ermittlergruppen

In den Niederlanden haben Ermittler ihr Untersuchungsergebnis zum Absturz von Flug MH17 vorgestellt. Wie setzt sich die internationale Gruppe zusammen? Und was untersuchte die zweite Ermittlergruppe?

MH17-Trümmer in der Ostukraine
REUTERS

MH17-Trümmer in der Ostukraine


Am 17. Juli 2014 stürzte die Boeing 777-200 mit der Flugnummer MH17 über der Ostukraine ab, wo sich Regierungstruppen und prorussische Rebellen bekämpften. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen sich gegenseitig, für den Tod der Flugzeuginsassen verantwortlich zu sein.

Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Alle 298 Menschen an Bord starben, die meisten von ihnen waren Niederländer. Zwei Ermittlungsgruppen untersuchten den Absturz.

  • Für die strafrechtliche Aufklärung ist eine internationale Kommission (Joint Investigation Team JIT) unter Leitung der Niederlande zuständig. Diese Gruppe hat nun Ergebnisse vorgestellt. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Beteiligt sind Behörden aus Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine. Diese Nationen hatten drei Wochen nach dem Absturz von MH17 mithilfe der EU-Justizbehörde Eurojust die Zusammenarbeit beschlossen.
  • Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke, Jahrgang 1962, leitet das Ermittlerteam. "Man braucht einen langen Atem", sagte er SPIEGEL ONLINE im Oktober 2014 in einem Interview. Das Gespräch können Sie hier nachlesen.
  • JIT-Vertreter reisten im Juli nach Moskau, um Rechtshilfe-Fragen zu klären. Laut einer Mitteilung der Ermittlergruppe hatten die russischen Behörden schon zuvor Informationen übermittelt, es seien aber noch Fragen offengeblieben. In Moskau hätten die russischen Behörden ihren Willen zur Kooperation bekräftigt, hieß es im Juli.

Die zweite Ermittlungsgruppe beschränkte sich auf die Untersuchung der Absturzursache, die Schuldfrage blieb außen vor.

  • Verantwortlich war der niederländische Flugsicherheitsrat (OVV). Die Ukraine, die eigentlich verantwortlich gewesen wäre, übertrug die Untersuchung schon kurz nach dem Absturz an den OVV. Beteiligt waren neben Niederländern und Ukrainern auch Ermittler aus Malaysia, den USA, Großbritannien, Australien und Russland.
  • Im Oktober 2015 stellte der OVV die Ergebnisse vor. Flug MH17 wurde demnach von einer Buk-Luftabwehrrakete getroffen. Die Ermittler kritisierten die Ukraine dafür, nicht den Luftraum über der Krisenregion gesperrt zu haben. Niemand habe an Risiken für die zivile Luftfahrt gedacht.

Der OVV veröffentlichte eine englischsprachige Videofassung des Reports:

Im Sommer 2015 hatten die Niederlande zudem ein Uno-Tribunal zum MH17-Absturz gefordert. Die Einrichtung eines solchen Gerichts scheiterte jedoch am Veto Russlands im Weltsicherheitsrat.

hut

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