Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Video-Aufruf: MH17-Ermittler suchen Zeugen für Abschusshypothese

YouTube/Politie

Internationale Ermittler halten einen Abschuss von Flug MH17 durch ein Buk-Raketensystem für das wahrscheinlichste Szenario. Jetzt suchen sie per Video nach Augenzeugen für einen verdächtigen Raketentransport durch die Ostukraine.

Das internationale Ermittlerteam zum Absturz des Passagierflugs MH17 sucht Zeugen für einen möglichen Abschuss der Boeing 777-200 mit einer Boden-Luft-Rakete. Dafür haben die Ermittler jetzt ein Video erstellt, das den mutmaßlichen Weg eines Raketentransports durch die Ostukraine vor und nach dem Absturz am 17. Juli 2014 nachzeichnet.

In dem Video werden Fotos und Filmaufnahmen eines weißen Tiefladers der Marke Volvo gezeigt, auf dem ein Buk-Raketenwerfer-System verstaut sein soll. Die Sprecherin lenkt die Aufmerksamkeit auf ein gelbes Schild, das an dem Fahrzeug angebracht ist und offenbar eine Telefonnummer zeigt.

Aus mehreren Mitschnitten von Telefongesprächen zwischen Separatisten rekonstruieren die Ermittler die Route, die das Fahrzeug mutmaßlich genommen hat. Sie hoffen auf die Beantwortung folgender Fragen durch mögliche Augenzeugen oder Mitwisser: Wer hat den Transport der Buk-Raketen beobachtet, fotografiert oder gefilmt? Wer kennt die Männer, die mit dem Waffensystem unterwegs waren?

Die Zuschauer werden aufgefordert, jedes noch so kleine Detail weiterzugeben, das zur "Aufklärung dieses schrecklichen Verbrechens" dienen könne. Zeugen sollten sich über Social-Media-Kanäle oder die Website der Ermittlungsgruppe, jitmh17.com, melden.

Die Maschine der Malaysia Airlines war um 16.20 Uhr nahe der Stadt Tores abgestürzt. An Bord befanden sich 298 Menschen, davon 196 Niederländer. Die Trümmer wurden auf 35 Quadratkilometern verstreut - was ein Hinweis darauf sein kann, dass das Flugzeug bereits in großer Höhe auseinanderbrach. Die Version, dass prorussische Separatisten den Absturz durch Raketenbeschuss verursachten, halten viele internationale Ermittler für wahrscheinlich. Die Separatisten weisen die Vorwürfe zurück. (Mehr zu dem Transport lesen Sie hier)

Dennoch bemüht man sich um Neutralität: Der Zeugenaufruf heiße nicht, dass dies bereits eindeutig feststehe, ließ die leitende Staatsanwaltschaft in Rotterdam verlauten. "Dafür sind weitere Untersuchungen notwendig." Die Niederlande leiten die internationalen strafrechtlichen Ermittlungen.

"Es gibt immer noch mehr als ein Szenario, aber das von der Buk-Rakete birgt die meisten unbeantworteten Fragen, deshalb haben wir den Aufruf geschaltet", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Das Buk-Szenario ist das maßgebliche Szenario."

ala/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Flugzeugabsturz in der Ukraine: Das tragische Ende von Flug MH17


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: