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Laien-Operation am Po: Tödliches Schönheitsideal

Eine Frau aus den USA ist angeklagt, durch giftige Injektionen eine Mutter von drei Kindern getötet zu haben. Wunden versiegelte die Beschuldigte laut Polizei mit Klebstoff. Die Frau wollte das Opfer ihrem extremen Schönheitsideal näherbringen: breite Hüften und ein ausladender Po.

Mutmaßliche Täterin: Extreme Schönheitsvorstellungen Zur Großansicht
AFP/ Miami Gardens Police

Mutmaßliche Täterin: Extreme Schönheitsvorstellungen

Miami - Oneal M. gab sich als Ärztin mit einem besonderen Spezialgebiet aus: Die 32-Jährige aus Miami bot zahlungswilligen Frauen an, deren Hintern künstlich zu vergrößern, um einem extremen Schönheitsideal zu entsprechen. Doch M. hatte nie ein Medizinstudium absolviert, hatte keine Approbation.

Shatarka N. vertraute ihr dennoch. Dafür musste sie nach Überzeugung der Behörden mit dem Leben bezahlen. N. starb, nachdem die vermeintliche Ärztin ihren Körper mit unbekannten giftigen Substanzen vollgepumpt hatte. Am Donnerstag wurde M. festgenommen und des Totschlags angeklagt. Ihr Anwalt wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern, M. weist die Vorwürfe laut "Miami Herald" zurück.

M. hat selbst einen extrem ausladenden Po und ebensolche Hüften. Sie nannte sich "Gräfin" und soll N. gegen Zahlung von mehreren hundert Dollar Substanzen in Hüften, Oberschenkel, Brüste und Po gespritzt haben. Dabei soll sie manchmal ein Stethoskop getragen haben. Laut dem Sheriff des Bezirks Broward soll sie die Einspritzlöcher mit Baumwollbällchen und Klebstoff versiegelt haben.

N., Mutter dreier Kinder, soll ihrerseits etwa 20.000 Dollar gestohlen haben, um für eine Brust-OP und Fettabsaugung zu bezahlen. Sie starb im März in Tallahassee. Zuvor hatte sie darüber geklagt, dass die gespritzten Stoffe hart und heiß seien und ihre Haut schwarz werde. Zwischen 2007 und 2011 habe sie insgesamt zehn Injektionen erhalten. Ein Forensiker stellt fest, dass sich Silikon massiv in ihrem Körper verbreitet hatte. "Sie hatte große Schmerzen", zitiert der "South Florida Sun-Sentinel" den Vater von N. "Sie konnte wegen der Injektionen nicht sitzen."

Wunsch nach weiblicherer Figur

N. ist nicht die einzige Frau, die sich M. anvertraute. Laut der Anklage gibt es mehrere Opfer, denen M. unter anderem Zement, Klebstoff, Verfugungsmittel für Badfliesen und Autoreifen-Reparaturmittel gespritzt haben soll. Manche der Behandelten hätten mit gesundheitlichen Beschwerden, etwa Infektionen, zu kämpfen gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

M., die laut Polizei als Mann geboren wurde, war bereits im vergangenen Herbst wegen ähnlicher Vergehen festgenommen worden. Nach Polizeiangaben wurde sie wegen medizinischer Tätigkeit ohne Approbation angeklagt. Sie hatte laut Polizei im Jahr 2010 einer Frau, die für einen Job in einem Nachtclub eine weiblichere Figur wollte, giftige Chemikalien in den Po gespritzt und dafür 700 Dollar kassiert. Die Frau litt danach laut "Sun-Sentinel" unter Infektionen und Schwellungen. M. wurde daraufhin festgenommen, kam aber gegen eine Kaution von 15.000 Dollar frei.

Laut "Sun-Sentinel" gibt es ein Netzwerk von Kurpfuschern, die es auf Leute abgesehen haben, die mit ihrem Aussehen unzufrieden sind, sich aber keine reguläre Schönheitsoperation leisten können.

ulz/AP

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