1975 getötete 15-Jährige Supreme Court bestätigt Aufhebung des Mordurteils gegen Kennedy-Neffen

Elf Jahre saß Michael Skakel wegen Mordes im Gefängnis, dann kam er frei. Die Staatsanwaltschaft ging dagegen vor - und hat nun eine Niederlage erlitten. Den Ermittlern bleibt nur noch eine Option.

Michael Skakel vor Gericht in Hartford, Connecticut im Jahr 2016
AP

Michael Skakel vor Gericht in Hartford, Connecticut im Jahr 2016


Der US-Supreme Court hat im Kriminalfall um ein Mitglied der Kennedyfamilie entschieden. Michael Skakel wurde 2002 dafür verurteilt, als Teenager eine Gleichaltrige ermordet zu haben. Der 58-Jährige saß lange im Gefängnis, dann wurde das Urteil aber aufgehoben. Nun hat das Oberste US-Gericht die Annullierung bestätigt.

Der Fall begann im Jahr 1975. Skakel soll damals die 15-jährige Martha Moxley in Greenwich, Connecticut, mit einem Golfschläger getötet haben. Zur Tatzeit war er selbst erst 15 Jahre alt. Er wurde erst 27 Jahre später verurteilt. Skakel ist ein Neffe des 1968 bei einem Attentat ermordeten früheren Justizministers und Senators Robert F. Kennedy.

Im Prozess im Jahr 2002 stützte sich die Staatsanwaltschaft vor allem auf die Aussagen von Zeugen. Sie sagten, Skakel habe die Tat zugegeben. Außerdem habe er sich mit seinen Verwandtschaftsverhältnissen gebrüstet, die ihn vor einer Strafverfolgung schützen würden.

Skakel wurde zu mindestens 20 Jahren Haft verurteilt, von denen er mehr als zehn Jahre absaß. Ein Richter entschied 2013, dass Skakel in seinem Prozess nicht angemessen von seinem Anwalt vertreten worden war. Er kam frei.

Nur noch eine Option

Danach nahm der Fall weitere Wendungen. 2016 setzte das Oberste Gericht von Connecticut das Mordurteil wieder in Kraft, im Mai 2018 hob dann dasselbe Gericht das Urteil auf. Die Staatsanwaltschaft von Connecticut zog daraufhin vor den Supreme Court. Das Oberste US-Gericht hat nun mitgeteilt, dass es den Fall nicht zur Verhandlung annimmt. Wie es üblich ist bei diesen Entscheidungen, nannte das Gericht die Gründe dafür nicht.

Die Aufhebung des Mordurteils gegen Skakel hat damit Bestand. Die einzige verbleibende Option für die Staatsanwaltschaft von Connecticut ist nun, den Fall neu aufzurollen. Da das Verbrechen fast 45 Jahre zurück liegt, wäre dies allerdings ein höchst schwieriges Unterfangen.

jpz/AFP/AP/Reuters



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