Michalskis Anwalt "Er ist froh, dass alles vorbei ist"

Zum ersten Mal nach seiner Festnahme hat sich der Schwerverbrecher Peter Paul Michalski zu seiner missglückten Flucht geäußert. Über seinen Anwalt teilte der Häftling laut einem Zeitungsbericht mit: "Ich kann nicht mehr." Er sei deprimiert und völlig erschöpft.

AP/ Polizei Aachen

Hamburg - Gemeinsam mit seinem Komplizen Michael Heckhoff hielt er Polizei und Öffentlichkeit tagelang in Atem: Nun hat sich Schwerverbrecher Peter Paul Michalski über seinen Anwalt erstmals zur missglückten Flucht geäußert. "Ich kann nicht mehr. Eigentlich bin ich froh, dass alles vorbei ist", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung.

Laut dem Bericht ist Michalski völlig erschöpft. Sein Anwalt sagte der Zeitung: "Er ist deprimiert, weil er weiß, dass er jetzt auf unbestimmte Zeit unter besonderen Sicherungsmaßnahmen stehen und dass er zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt wird."

Weitere Details zum Ausbruch gab der Anwalt nicht bekannt. Wohl aber die angebliche Motivation seines Mandanten: "Ich hatte den Vollzug und die Haftbedingungen satt. Jahrelang saß ich im Sicherheitstrakt, in Einzelhaft. Haftlockerungen gab es nicht. Diese Perspektivlosigkeit hat mich verrückt gemacht. Auch Heckhoff dachte so. Irgendwann kam der Gedanke zu flüchten", wird Michalski zitiert.

Der entflohene Schwerverbrecher war am Dienstag auf einem Damenfahrrad unterwegs, als er von Spezialeinsatzkräften in der niederrheinischen Gemeinde Schermbeck gefasst wurde.

Eine sofortige Vernehmung musste nach kurzer Zeit abgebrochen werden, weil der 46-Jährige übermüdet war. "Es ging ihm gesundheitlich nicht besonders gut", sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller SPIEGEL ONLINE.

Gemeinsam mit seinem Komplizen Michael Heckhoff war Michalski am Donnerstag aus dem Aachener Gefängnis ausgebrochen. Heckhoff war bereits am Sonntag gefasst worden. Beide Schwerverbrecher sind zu lebenslangen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt.

Die beiden Sträflinge zwangen insgesamt fünf Menschen, ihnen bei der Flucht über Köln ins Ruhrgebiet zu helfen. Ihr Ausbruch war offenbar besser geplant, als zunächst angenommen.

hut

insgesamt 51 Beiträge
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DJ Doena 30.11.2009
1.
Zitat von sysopSeit vier Tagen ist der Schwerkriminelle Peter Michalski auf der Flucht, die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld. Seine Flucht beschäftigt ganz Deutschland. Sind unsere Gefängnisse sicher genug?
Statistisch gesehen? Auf jeden Fall. Oder wie oft hört man im Jahr schon mal von einem Ausbruch bei wievielen hundertausend Insassen?
electricalengineer 30.11.2009
2. Eine Sache ist nur so sicher...
... wie ihr schwächstes Glied, im Gefängnis ist das der Mensch in Form des Strafvollzugsbeamten. Ist dieser erpressbar oder bestechlich ist das sicherste Gefängnis auch nicht sicherer wie ein einfacher Holzverschlag.
matthias schwalbe, 30.11.2009
3.
Unsere Gefängnisse sind schon sehr sicher. Der größte "Unsicherheitsfaktor" ist und bleibt aber der Mensch und zwar in allen seinen Variationen. Bei Justizminister angefangen über Richter+Staatsanwälten bis zum einfachen JVA-Beamten.
The Godfather 30.11.2009
4.
---Zitat--- die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld ---Zitatende--- Die Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Direwolf 30.11.2009
5.
Zitat von The GodfatherDie Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Und das ist auch gut so. Man denke mal an den wundervollen, unabhängigen und investigativen Journalismus, den wir im Zuge des Gladbecker Geiseldramas erleben durften. Und was die Frage des Sysop angeht. Ich würder sagen sie sind sicher genug. Das absolut ausbruchssichere Gefängnis gibt es nicht und die Zahl der Ausbrüche ist ja auch eher gering.
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